Lagerfeuer anzünden & löschen: So machst du es richtig!

Es gibt eine urzeitliche Verbindung zwischen Mensch und Feuer. Das Feuer bietet Wärme, Licht in der dunklen Nacht, Schutz vor wilden Tieren und einen Ort zum Kochen. Darum fasziniert uns das Feuer auf magische Weise. 

Das knisternde Lagerfeuer verbreitet eine gemütliche, einladende Stimmung. Der perfekte Ort, um spannende Geschichten zu erzählen, gemeinsam Lieder zu singen und Stockbrot zu grillen, das besser schmeckt, als jedes Brot vom Bäcker. Außerdem gibt es nichts Romantischeres, als sich unter dem Sternenhimmel an seinen Schatz zu kuscheln.

Darum sollte jeder wissen, wie man das perfekte Lagerfeuer macht. Wenn du weißt wie, ist es gar nicht schwer!

  • Eine geeignete Feuerstelle
  • Zunder, Anzündholz und Brennholz
  • Ein Feuerzeug oder Streichhölzer
  • Einen Eimer Wasser oder Sand

1. Eine sichere Feuerstelle

Wenn du ein Lagerfeuer machst, denke zuerst an die Sicherheit. Du willst ja keinen lodernden Waldbrand entfachen.

Auf dem Campingplatz

Falls dein Campingplatz eine ausgewiesene Feuerstelle hat: Nutze sie. Hier ist das Feuer sicher und du kannst es leicht unter Kontrolle halten.

Tipp:
Immer beim Campingplatz-Betreiber nachfragen, ob und an welchen Stellen offenes Feuer erlaubt ist! Manchmal sind Lagerfeuer wegen einer Trockenperiode verboten.

Sofern erlaubt, kannst du auch einen eigenen Feuerring bauen. Um zu lernen, wie das geht, lies weiter.

Die Feuerstelle selbst bauen

Auf einigen Campingplätzen und in der freien Natur gibt es keine Feuerstelle, die du nutzen kannst. Dann musst du deine eigene bauen.

Halte dabei einige Meter Abstand von Büschen, Bäumen und anderen brennbaren Materialien. Von Zelten sollte ein Abstand von mindestens 5 Metern eingehalten werden. Besondere Vorsicht gilt bei Wind: Fliegende Funken brennen sehr leicht Löcher in ein Zelt!

Die Feuerstelle liegt am besten direkt auf der Erde und ist frei von Gras, Baumrinde, Ästen und Laub. Besonders auf trockenem Gras und Laub kann sich Feuer sehr leicht ausbreiten und eine unerwünschte Größe entwickeln.

Lagerfeuer anzünden & löschen: So machst du es richtig! 1

Tipp:
Auf einer Wiese kannst du mit deinem Klappspaten Grassoden ausstechen und zur Seite legen. Nach dem Löschen des Lagerfeuers belegst du die Feuerstelle wieder, das Feuer ist dann nicht mehr erkennbar.

Ein Ring aus Steinen oder ein kleiner Erdwall um die Feuerstelle schützen das Feuer vor Wind. So kannst du das Lagerfeuer leichter anzünden. Achtung: Nasse Steine aus Flüssen und schieferartige Steine können bei Hitze bersten!

Falls der Boden feucht ist, baue dem Lagerfeuer ein trockenes Bett aus Erde, Sand oder dicht nebeneinander gelegten Ästen. Mit dieser Technik kannst du sogar ein Lagerfeuer auf Schnee machen.

Eine komfortable Alternative beim Camping mit dem Auto: Eine gute Feuerschale ist der perfekte Untergrund. Sie schont auch die Umgebung und erleichtert die Reinigung nach dem Lagerfeuer. 

2. Das richtige Feuerholz

Du brauchst 3 Arten von Brennmaterial, um ein prasselndes Lagerfeuer zu machen: Zunder, Anzündholz und Brennholz.

Zunder

Jedes gute Lagerfeuer beginnt mit gutem Zunder. Zunder fängt sehr leicht Feuer und verbrennt schnell. 

Guten Zunder findest du in der Umgebung: Trockene Blätter, trockenes Gras, Tannennadeln und kleine Holzspäne brennen toll. Du kannst auch Grillanzünder oder Zeitungspapier mitbringen. Wer es einfach & natürlich mag, nimmt lang brennende Kaminanzünder aus Naturprodukten.

Anzündholz

Zunder verbrennt so schnell, dass du damit keinen dicken Holzscheit anzünden kannst. Deshalb ist die 2. Stufe: Kleines Anzündholz.

Als Anzündholz eignen sich kleine Äste, die nicht dicker als ein Bleistift sein sollten. Optimal geeignet ist Fichtenreisig: Es fängt leicht Feuer und brennt lichterloh.

Ebenfalls geeignet sind fein gehacktes Scheitholz oder dünne Bretter. Um bestmöglich anzubrennen, sollte gespaltenes Holz eine dreieckige oder viereckige Form haben und richtig trocken sein. Wer nicht selbst Hand an die Axt legen mag, kann fertig gespaltenes und getrocknetes Anfeuerholz für kleines Geld kaufen.

Brennholz

Brennholz brennt lange und hält das Feuer am Leben. Es gibt viele gute Brennmaterialien: 

Fingerdicke Äste fachen das Feuer schnell wieder an. Armdicke Äste geben dem Feuer für Stunden Nahrung. Dicke Kamin-Holzscheite brauchen lange bis sie angezündet sind, brennen dafür aber bis tief in die Nacht hinein.

Brennholz muss nicht vollständig trocken sein. Sobald das Lagerfeuer eine heiße Glut hat, entzündet sich nach einiger Zeit auch feuchtes Holz

Ideal ist richtig trockenes Birkenholz, weil es praktisch keinen Rauch entwickelt. Nadelhölzer verbrennen schnell und mit heller Flamme. Sie spenden für eine kurze Zeit viel Licht & Wärme. Außerdem knacken sie schön. Es fliegen allerdings auch viele Funken. Laubhölzer brennen nicht so hell, dafür aber deutlich länger und mit einer schöneren Glut.

Weitere Tipps

Trockenes Holz brennt am besten und entwickelt weniger Rauch als feuchtes Holz. Wenn du Holz sammelst, erkennst du es leicht: Trockenes Holz knackt beim Brechen deutlich. Natürlich kannst du auch ein Holzfeuchte-Messgerät verwenden. Ideal ist stehendes Totholz, weil liegendes Totholz oft etwas feucht ist.

Sammel doppelt so viel Zunder, Anzündholz und Brennholz, wie du voraussichtlich brauchen wirst. Holz verbrennt überraschend schnell. Und du möchtest ja nicht mitten in der Nacht dein Lagerfeuer verlassen, um im Wald neues Brennholz zu suchen.

Lege das Feuerholz an einem trockenen Platz in einigen Metern Abstand zur Feuerstelle bereit. Bei Regen bietet ein Tarp guten Schutz vor Feuchtigkeit. Hier stellst du auch deinen Eimer mit Löschwasser oder Löschsand auf – dann weißt du immer, wo er steht.

3. Das Lagerfeuer aufschichten

Der richtige Aufbau des Lagerfeuers ist wichtig, damit das Feuer gut anbrennt. Am besten machst du die folgenden Schritte.

Unterlage bauen

Zuerst baust du dem Feuer einen kleinen „Fußboden“, der es vor Bodenfeuchtigkeit schützt und ihm von unten Nahrung gibt. Dazu reihst du in der Mitte der Feuerstelle dünnes, maximal fingerdickes Anzündholz nebeneinander auf. Darauf kommt eine zweite Schicht Anzündholz, die Äste werden aber um 90 Grad gedreht, damit ein Gitter entsteht. 

Zunder auflegen

Auf dieser Unterlage platzierst du nun deinen Zunder. Zwei Handvoll trockenes Gras sollten es schon sein. Falls du wachsgetränkten Kaminanzünder hast, genügt eine halbe Handvoll.

Anzündholz hinzufügen

Um den Zunder herum baust du nun aus dünnem Anzündholz ein Tipi-Zelt. Die Ästchen werden also kreisförmig aufgebaut und am oberen Ende aneinandergelehnt. Dabei bleibt eine kleine Öffnung frei, durch die das Lagerfeuer später angezündet wird. Füge dem Tipi jetzt als nächste Schicht das etwas dickere Anzündholz hinzu.

Brennholz aufschichten

Jetzt baust du ein größeres Tipi-Zelt aus Brennholz um das kleine Tipi aus Anzündholz herum. Hierfür sind die dünnsten und trockensten Stücke aus deinem Brennholz-Vorrat ideal. Dicke Scheite und Äste kommen später ins Feuer, wenn das Lagerfeuer heiß und stark brennt.

Statt eines Tipi-Zelts kannst du mit dem Brennholz auch eine viereckige Pyramide bauen. Dazu platzierst du zwei parallel liegende Äste oder Scheite links und rechts vom Anzünd-Tipi. Auf diese legst du im rechten Winkel die beiden nächsten Stücke Brennholz. Bei jeder neuen Schicht werden die Stücke etwas kleiner und rücken näher zusammen. Der Vorteil dieser Technik: Durch die Lücken zwischen den Holzstücken bekommt das Lagerfeuer von allen Seiten viel Sauerstoff.

4. Das Lagerfeuer anzünden

Zünde den Zunder jetzt mit einem Streichholz oder Feuerzeug an. Weil sich die Flamme nach oben ausbreitet, entzünde den Zunder möglichst weit unten. Und am besten direkt an mehreren Stellen.

Tipp:
Direkt nach dem Anzünden kann die zarte Flamme leicht ausgepustet werden. Gib ihr mit deinen Händen oder deinem Körper Schutz vor dem Wind.

Wenn etwas Zunder verbrannt und die kleine Flamme größer geworden ist, puste vorsichtig und gleichmäßig in den Zunder. Und zwar möglichst weit unten, in die frische Glut. Das gibt dem Feuer Sauerstoff und erhöht seine Intensität, damit es das Anmachholz anzünden kann. 

Das Anmachholz brennt leicht an und gibt die immer größer werdende Flamme nach einiger Zeit an das Brennholz weiter. Falls das Brennholz etwas feucht ist, schiebe einfach vorsichtig weiteres Anmachholz in die Mitte des Feuers, bis auch das Brennholz Feuer fängt.

5. Das Lagerfeuer erhalten

Das Feuer brennt und der gemütliche Lagerfeuer-Abend kann beginnen. Hin und wieder muss ein Stück Brennholz nachgelegt werden, damit das Feuer am Leben bleibt.

Tipp:
Irgendwann fällt das Brennholz-Tipi in sich zusammen. In diesem Moment können viele Funken fliegen.

Beim Nachlegen trittst du am besten mit der Windrichtung an das Feuer heran und legst das Holz vorsichtig auf. Das vermeidet Funkenflug. Falls das Lagerfeuer sehr heiß brennt, kannst du das neue Stück Brennholz auch mit einer Stange oder einem Ast in die richtige Position bringen.

Über die Menge an nachgelegtem Holz bestimmst du, wie heiß und hell das Feuer brennt.

Tipp:
Ein Feuer, das doppelt so hell ist, verbraucht 4x soviel Brennholz.

Ungleichmäßig brennende Holzstücke sollten hin und wieder in der Mitte des Lagerfeuers zusammengeschoben werden, damit das Feuer gleichmäßig brennt.

Wenn du mit einem Haken oder einem Ast „im Feuer stocherst„, also die Glut auflockerst und fast abgebrannte Holzstücke etwas umschichtest, gewinnt das Lagerfeuer ganz ohne frisches Brennholz neue Intensität.

Tipp:
Kleidung aus Baumwolle ist feuerfester und deutlich resistenter gegen Funkenflug als Kleidung aus Kunstfasern.

Die Flamen tanzen lebendig und wild, die Glut strahlt sanft – wir genießen jeden Abend am Lagerfeuer, grillen gerne Stockbrot und singen gemeinsam Lagerfeuerlieder

6. Das Lagerfeuer löschen

Die Sterne stehen am Himmel, das Feuer ist heruntergebrannt: Zeit, schlafen zu gehen. Vorher solltest du das Feuer jedoch unbedingt fachmännisch löschen!

Löschtechniken

Holzreste einzeln löschen. Unverbrannte oder noch glimmende Holzscheite werden aus dem Feuer gezogen und einzeln mit Wasser gelöscht.

Langsam Wasser gießen. Anschließend gießt du langsam Wasser aus einem Eimer oder einer Gießkanne auf die Glut und die Kohlen des Lagerfeuers. Dabei sollte die Feuerstelle nicht völlig geflutet werden, damit sie von Anderen noch genutzt werden kann.

Gerührt, nicht geschüttelt. Rühre mit einem Spaten oder Stock in den Kohlen, während das Wasser darauf gegossen wird, um versteckte Glutnester zu erreichen. So lange, bis es keinen Dampf und keine Zischgeräusche mehr gibt.

Test mit der Hand. Halte zur Sicherheit noch einmal deine Hand über die Kohlen. Ein bisschen Restwärme ist okay. Sollte noch Hitzestrahlung fühlbar sein, gieße mehr Wasser auf die Kohlen.

Tipp:
Ist es zu heiß zum Anfassen, dann ist es zu heiß zum Gehen.

Andere Löschmaterialien

Du kannst die Glut auch löschen, indem du sie vollständig mit Erde bedeckst. Die Erde darf keine Blätter oder Gräser enthalten, weil auch grünes Pflanzenmaterial durch die lange Hitze irgendwann Feuer fangen kann.

Tipp:
Das Feuer einfach auszupinkeln funktioniert erstaunlich gut und ist eine tolle Idee - aber nur in der freien Natur.

Die Feuerstelle aufräumen

Sogar wir hier im Ruhrpott finden ursprüngliche Natur schöner als Kohle. Deshalb räume die Feuerstelle nach dem Löschen des Feuers kurz auf. Die nachfolgenden Camper werden es dir danken.

Selbstgebaute Feuerstelle. Eine selbstgebaute Feuerstelle kannst du einfach mit etwas Erde oder den Grassoden, die du beim Anlegen der Feuerstelle ausgestochen hast, bedecken.

Ausgewiesene Feuerstelle auf dem Campingplatz. Meistens kümmert sich der Betreiber des Platzes um die Reinigung der Feuerstelle. Falls nicht, verfrachte die gröbsten Aschereste mit einer Schaufel in die bereitgestellte Tonne. Übrig gebliebenes Brennholz kannst du wieder mitnehmen oder einfach für den nächsten Feuermeister liegen lassen.

Lesetipp:
Du bist so richtig in Lagerfeuer-Stimmung und willst am liebsten gleich bei deinem nächsten Camping-Urlaub eins anzünden? Wir haben die schönsten Lagerfeuerlieder für einen entspannten und geselligen Abend!

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Wir sind bei Regen & Wind für dich auf dem Campingplatz unterwegs und recherchieren oft im Schein der Schreibtischlampe bis tief in die Nacht.

Willst du uns dabei unterstützen? Dann kannst du uns mit einer kleinen Spende zu einer heißen Tasse Kaffee einladen. Das wärmt uns auf und hilft uns beim wach bleiben – so können wir in Zukunft noch besser für dich da sein!

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Fabian

Fabian

Beim ersten Camping hatte ich nur eine Wolldecke und einen aufblasbaren Sitzsack, auf dem ich auch geschlafen habe. Heute freue ich mich jedoch sehr über ein regendichtes Zelt und einen warmen Schlafsack! Ich habe ein Herz für gute Zelte, Natur, gute Musik, spannende Filme und Spiele, nerdige Technik-Gadgets und ich bastle gerne DIY-Ausrüstung für den nächsten Camping-Trip.
Fabian

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Beim ersten Camping hatte ich nur eine Wolldecke und einen aufblasbaren Sitzsack, auf dem ich auch geschlafen habe. Heute freue ich mich jedoch sehr über ein regendichtes Zelt und einen warmen Schlafsack! Ich habe ein Herz für gute Zelte, Natur, gute Musik, spannende Filme und Spiele, nerdige Technik-Gadgets und ich bastle gerne DIY-Ausrüstung für den nächsten Camping-Trip.