Zelt lagern – Wie bewahre ich ein Zelt richtig auf? (10 Tipps)

Frau mit großer Tasche aus Leinen und Baumwolle

Falsche Lagerung kann ein Zelt schnell durch Schimmel und Materialschäden zerstören. Bei richtiger Aufbewahrung wird das Zelt viele Jahre alt. Entscheidend sind unter anderem der Lagerort, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Weißt du, wie du dein Zelt richtig lagern solltest?

Inhaltsverzeichnis

Was passiert, wenn ich mein Zelt falsch lagere?

Wenn du dein Zelt unter schlechten Bedingungen lagerst, musst du mit diesen unangenehmen Folgen rechnen:

  • Auf deinem Zelt wächst Schimmel. Das kann deine Gesundheit gefährden, wenn du anschließend im Zelt schläfst.
  • Stockflecken und Verfärbungen am Zelt sehen richtig fies aus.
  • Hydrolyse zerstört die wasserabweisende Beschichtung deines Zelts irreparabel.
  • Dein Zelt entwickelt einen unangenehmen Geruch. Du denkst, du zeltest neben einer Müllhalde.
Gartenhaus mit Bäumen

In Gartenhäusern ist es manchmal zu feucht. Du solltest die Luft mit einem Hygrometer prüfen.

Wie kann ich mein Zelt richtig lagern?

Um Lagerschäden an deinem Zelt zu vermeiden, beherzige einfach die folgenden wichtigen Schritte:

  1. Reinige dein Zelt grob von Verschmutzungen
  2. Trockne dein Zelt vollständig
  3. Verpacke das Zelt locker und luftig
  4. Lagere dein Zelt an einem kühlen, trockenen Ort

Erfahre in den nächsten Kapiteln, welche nützlichen Tipps & Tricks dir dabei helfen.

Schritt 1: Reinige dein Zelt von groben Verschmutzungen

Du bist mit einem dreckigen Zelt von deiner Campingtour zurückgekommen? Nimm dir als Erstes ein bisschen Zeit, um dein Zelt zu reinigen. Das wird die Lebensdauer des Zelts erhöhen. 

Ganz besonders dann, wenn es aggressiven Substanzen wir Meersalz, feinem Sand oder Vogelkot ausgesetzt war. Sie beschädigen die Beschichtung des Zeltstoffs langsam auf mikroskopischer Ebene. Auch organische Substanzen wie Lebensmittelreste, Baumharz und Blätter sollten entfernt werden.

Entferne den Dreck punktuell mit lauwarmem Wasser und einem milden Spülmittel. Wer gleichzeitig den UV-Schutz seines Zelts erneuern möchte, nimmt Nikwax Tent & Gear SolarWash. Baumharz bekommst du mit Reinigungsalkohol ab. Anschließend wird dein Zelt mit viel Wasser abgespült.

In diesem Ratgeber findest du eine ausführliche Anleitung für die Zeltreinigung.

Schritt 2: Trockne dein Zelt vollständig

Stelle sicher, dass dein Zelt trocken ist, bevor du es wegpackst. Ein feucht eingepacktes Zelt kann sehr schnell schimmeln und wirklich unangenehme Gerüche entwickeln. 

Darüber hinaus beschädigt Feuchtigkeit mit der Zeit die wasserabweisende Polyurethan-Beschichtung der Zelte. Diesen Vorgang nennt man Hydrolyse. Die Beschichtung wird zunächst porös und blättert später ab. Das Zelt ist dann nicht mehr wasserdicht.

Um das zu verhindern, baue dein Zelt bei gutem Wetter für einige Stunden draußen in der Sonne auf. Oder trockne es bei schlechtem Wetter auf einer Wäscheleine. Prüfe, ob auch die Abspannleinen und Zeltheringe trocken sind.

Du kannst den Trockenvorgang mit einigen Tricks stark beschleunigen.

Morgentau auf dem Zelt und Kondenswasser auf dem Fenster

Morgentau nach einer kalten Nacht. Dieses Zelt muss unbedingt vor dem Verpacken getrocknet werden.

Schritt 3: Verpacke dein Zelt locker & luftig

Du hast dein Zelt grob gereinigt und gründlich getrocknet? Jetzt kannst du es für die Lagerung verpacken.

Tipp 1: Mach' den Zeltstoff locker

Für den Transport ist die Packtasche, die mit deinem Zelt geliefert wurde, toll. Für die Lagerung über längere Zeit gibt es bessere Möglichkeiten. Der Zeltstoff will sich entspannen und atmen können. 

Ein Baumwollsack in der passenden Größe oder ein alter Kissenbezug bieten deinem Zelt ein angenehmes Plätzchen. Durch die atmungsaktive Hülle kann Restfeuchtigkeit entweichen, gleichzeitig ist dein Zelt vor Staub sicher.

Du kannst dein Zelt ordentlich zusammenfalten oder auch einfach in die Tasche stopfen. Loses Stopfen ist sogar vorteilhaft: Der Zeltstoff wird bei jedem Packvorgang an unterschiedlichen Stellen gefaltet. Das beugt Materialermüdung vor.

Hilfreich: Wähle einen Baumwollsack, der ein gutes Stück größer ist, als die ursprüngliche Packtasche. Dann bekommst du das Zelt leichter hinein.

Sack aus Baumwolle mit braunem Band

Lässt sich der Sack zubinden? Gut! Dein Zelt ist vor Staub und Insekten geschützt.

Tipp 2: Reduziere die Spannung der Zeltstangen

Du kannst die Lebensdauer der Gummibands in deinen Zeltstangen erhöhen, indem du die Stangen zusammengesetzt aufbewahrst. Je mehr Segmente ineinander gesteckt sind, desto geringer ist die Spannung des Gummis.

Du hast wenig Platz und willst die Stangen lieber zusammenfalten? Dann beginne in der Mitte der Stange. Dabei entstehen zwei Teilstücke. Diese faltest du wieder in der Mitte. Und wo weiter. So verteilst du die Spannung gleichmäßig auf dem Gummiband.

Tipp 3: Nutze Päckchen mit Silica Gel

Kennst du diese kleinen, weißen Päckchen, auf denen „Bitte wegwerfen. Nicht verzehren.“ steht? Sie liegen häufig Produktverpackungen bei und enthalten das Trockenmittel Siliciumdioxid, auch bekannt als Silica Gel.

Du musst sie nicht wegwerfen. Bewahre sie auf und lege sie deinem Zelt bei. Dort saugen sie die Luftfeuchtigkeit auf, schützen vor Schimmel und bewahren dein Zelt davor, den muffigen Geruch des Lagerorts anzunehmen. 

Verteile eine großzügige Anzahl der kleinen Beutelchen im Packsack deines Zelts. Du kannst das Silica Gel hier für kleines Geld kaufen. Das Trockenmittel lässt sich übrigens wiederverwenden. Im Backofen kannst du die Päckchen bei 60 – 80 Grad regenerieren.

Päckchen mit Silica Gel liegen auf einem Tisch

In den Päckchen liegen kleine Kügelchen.

Tipp 4: Verpacke Stangen und Heringe getrennt

Scharfe Kanten und spitze Ecken an Stangen oder Heringen können deinen Zeltstoff relativ leicht beschädigen. Damit du bei der nächsten Campingtour nicht mehr Löcher als gewollt im Zelt hast, verpacke Stangen und Heringe getrennt vom Zelt. 

Genau zu diesem Zweck gibt es Gestänge-Taschen, in denen du dein Zeltzubehör auch ganz komfortabel zum Zeltplatz transportieren kannst.

Thorsten und ich verstauen unsere Zeltstangen in einer solchen Tasche. Darum sind wir auch schon einmal ohne unser Gestänge zum Camping gefahren… 

Hilfreich: Lagere Zelt, Heringe und Stangen auf dem gleichen Regalbrett. Oder hefte ein Schild an deine Zelttasche, das dich an deine Stangen & Heringe erinnert.

Tipp 5: So schützt du Metallteile vor Rost

Zeltheringe, Stahlstange, Reißverschlussschlitten und die Metallhülsen an deinen Fiberglasstangen können bei längerer Lagerung etwas Rost ansetzen. Das passiert besonders gerne, wenn das Zelt in einem Schuppen oder in einer Garage aufbewahrt wird.

Der Rost erschwert es dir, die Enden der Zeltstangen ineinander zu stecken. Die Hülse gleitet dann nicht mehr vollständig auf die Stange. Das ist ein häufiger Grund dafür, dass die Stangen bei Belastung brechen.

Wir besprühen unsere Metallteile daher gelegentlich mit einem Silikon-Pflegespray. Das schützt vor Rost – Stangen lassen sich leichter zusammenstecken und Reißverschlüsse gleiten so gut wie am ersten Tag.

Rostiger Anker am Wasser

Salz und Seeluft beschleunigen die Bildung von Rost. Auch an deinem Zelt.

Schritt 4: Lagere dein Zelt an einem kühlen, trockenen Ort

Der richtige Ort für die Aufbewahrung deines Zelts ist kühl, trocken und frei von Ungeziefer. Darüber hinaus gibt es einige weitere Eigenschaften, auf die du achten solltest.

Tipp 6: Halte dein Zelt kühl

Versuche, einen kühlen Platz für dein Zelt zu finden. Die ideale Temperatur liegt zwischen 10 und 30 Grad Celsius.

Bewahre das Zelt also nicht an heißen Orten wie dem Dachboden, dem Kofferraum deines Autos oder neben einem Heizkörper auf. Vermeide auch kalte Räume wie das Gartenhaus, an denen es frieren kann. 

Gute Lagerplätze sind: Ein Schrank in deinen Wohnräumen, unter deinem Bett oder ein beheizter Kellerraum.

Tipp 7: Kümmere dich um Käfer und Mäuse

Mäuse fressen gerne Zelte. Das ist kein Witz. Wir nehmen an, dass die pelzigen Räuber den Geruch der Zelte, in denen ja meistens irgendwann Lebensmittel gelagert wurden, attraktiv finden.

Achte daher auf einen Lagerraum, zu dem Mitbewohner mit mehr als zwei Beinen keinen Zutritt haben.

Lagerst du dein Zelt schlecht, nistet sich manchmal auch im Laufe des Winters eine kleine Käferkolonie im kuscheligen, Sicherheit versprechenden Zeltstoff ein.

Das ist der Grund, warum wir unsere Zelte niemals lose in ein Regal legen, sondern immer in einer Zelttasche aufbewahren. Die Tasche ist ein toller Schutz vor Käfern, Spinnweben, Fliegendreck und Staub.

Eine Maus sitzt auf einem Holzzaun

Mäuse können auch auf Schränke und Regale klettern.

Tipp 8: Halte dein Zelt trocken

Orte wie ein feuchter Keller, eine Scheune oder gar ein Carport sind nicht gut für deine mobile Unterkunft. Wenn du das Zelt richtig aufbewahren willst, sollte die Luftfeuchtigkeit unter 55 % liegen. Der Grund: Bei hoher Luftfeuchtigkeit beginnen Schimmelsporen zu keimen.

Wohnräume, beheizte Keller und Garagen mit Zugang zum Haus sind meistens trocken genug. 

Hilfreich: Überwache die Luftfeuchtigkeit im Keller mit einem kleinen Hygrometer. Notfalls kannst du selbst nachhelfen und die Luft deines Lagerraums mit einem Luftentfeuchter trockener machen.

Tipp 9: Dein Zelt liebt die Dunkelheit

Genauer: Dein Zelt mag keine Sonne. Noch präziser: Es hasst UV-Strahlung. Die ultraviolette Strahlung bleicht den Zeltstoff aus und macht ihn auf Dauer brüchig. Das kann schon nach wenigen Wochen passieren.

Bewahre dein Zelt daher niemals für längere Zeit unter freiem Himmel auf, wo es von den Strahlen der Sonne erreicht wird. Auch eine Fensterscheibe bietet keinen vollständigen Schutz vor UV-A-Strahlen.

UV-Strahlung kann auf Dauer selbst die Zelttasche zerlegen. Wähle daher einen Lagerort, der nicht von der Sonne erreicht wird.

Fenster auf einem staubigen Dachboden, durch das die Sonne fällt

Baumwolle verträgt ultraviolette Strahlung besser, als Polyester.

Tipp 10: Halte dein Zelt fern von Benzinkanistern, Knoblauch & Mülltonnen

Hast du nach einem Abend am Lagerfeuer schon einmal an deiner Jacke gerochen? Sie riecht nach Rauch. Stoffe nehmen Gerüche an.

Dein Zelt tut das auch. Lagerst du es wochenlang neben einem Benzinrasenmäher, neben Putzmitteln, Lebensmitteln, Duftkerzen oder gar einem Mülleimer, nimmst du diese Gerüche mit auf den Zeltplatz.

Du wirst dann in den ersten Nächten in einer Tankstelle, auf einer Zitronenplantage, einem Bett aus Rosenblüten, einer riesigen Knoblauchknolle oder einer Müllhalde schlafen. Beachte das bei der Wahl deines Lagerorts.

Diese Ausrüstung hilft dir beim Zelt lagern

Wir haben für dich noch einmal zusammengefasst, mit welchen Hilfsmitteln es dem Zelt im Lagerraum gut geht.

Atmungsaktive Baumwollsäcke​

Trockenbeutel mit Silicagel

Schützendes Silikonspray

Thermometer & Hygrometer

Fazit: Am Wichtigsten ist...

…Trockenheit! Wenn du dein Zelt vor dem Einlagern gründlich trocknest und die Luftfeuchtigkeit des Lagerraums unter 55% liegt, hast du es Schimmel, Stockflecken und schlechten Gerüchen schon mal ein gutes Stück schwerer gemacht, deinem Zelt zu schaden.

Außerdem hast du gelernt, dass die ideale Lagertemperatur für dein Zelt zwischen 10 und 30 Grad Celsius liegt, dass du dein Zelt vor UV-Strahlung schützen musst und wie du deine Zeltstangen richtig verpackst.

Mit den 10 Tipps aus diesem Ratgeber wird dein Zelt deutlich länger leben. Es wird dich viele Jahre lang auf deine schönen Campingtouren begleiten!

Fragen & Antworten zum Thema Zeltlagerung

Hier findest du Antworten auf Fragen, die unsere Leser gestellt haben.

Du lagerst Zelte aus Baumwolle, Polyester und Nylon gleich. Baumwollzelte reagieren jedoch noch empfindlicher auf Feuchtigkeit als Zelte aus Kunstfasern. 

Darum musst du Baumwollzelte vor der Lagerung besonders gründlich trocknen, damit sich kein Schimmel bildet. Baumwollzelte müssen auch immer in einer atmungsaktiven Tasche gelagert werden, damit Restfeuchtigkeit entweichen kann.

Wenn du den dafür nötigen Platz hast: Sicher! Ausstellungszelte bei den Händlern stehen viele Jahre aufgebaut rum, schaden tut es ihnen nicht. Beachte: Dein Zelt muss vor UV-Strahlen, Feuchtigkeit, Staub und Ungeziefer geschützt sein.

Außerdem solltest du bedenken, dass du das Zelt vor dem nächsten Campingausflug wieder abbauen und verpacken musst – deshalb ist der Sinn, das Zelt im aufgebauten Zustand zu lagern, fraglich.

Bei guten Lagerbedingungen hält ein Zelt viele Jahre lang. Wir haben schon Zelte gesehen, die mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hatten, und immer noch „wie eine Eins“ im Herbststurm standen.

Damit dein Zelt so alt wird, ist die Luftfeuchtigkeit während der Lagerung ein wichtiger Faktor. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird die PU-Beschichtung, die auf vielen Zelten für den Wasserschutz sorgt, irgendwann löchrig.

Das haben wir auch schon selbst erlebt. Dabei kann es sich um Dreck handeln, der beim Einlagern zusammen mit dem Zelt eingepackt wurde.

Möglicherweise ist das Zelt auch feucht oder bei großer Wärme aufbewahrt worden. Dann sind die klebrigen Stellen Schäden an der wasserabweisenden Beschichtung der Zeltwand.

In jedem Fall solltest du das Zelt nun gründlich abwaschen. Bleiben anschließend noch klebrige Stellen übrig, kannst du sie mit etwas Talkumpulver einreiben, damit sie nicht mehr kleben. Wir drücken dir die Daumen, dass dein Zelt noch wasserdicht ist!

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Fabian

Fabian

Beim ersten Camping hatte ich nur eine Wolldecke und einen aufblasbaren Sitzsack, auf dem ich auch geschlafen habe. Heute freue ich mich jedoch sehr über ein regendichtes Zelt und einen warmen Schlafsack! Ich habe ein Herz für gute Zelte, Natur, gute Musik, spannende Filme und Spiele, nerdige Technik-Gadgets und ich bastle gerne DIY-Ausrüstung für den nächsten Camping-Trip.
Fabian

Fabian

Beim ersten Camping hatte ich nur eine Wolldecke und einen aufblasbaren Sitzsack, auf dem ich auch geschlafen habe. Heute freue ich mich jedoch sehr über ein regendichtes Zelt und einen warmen Schlafsack! Ich habe ein Herz für gute Zelte, Natur, gute Musik, spannende Filme und Spiele, nerdige Technik-Gadgets und ich bastle gerne DIY-Ausrüstung für den nächsten Camping-Trip.