Welche Wohnwagen-Arten gibt es? Unser Caravan Ratgeber

Caravan Typ Mini Wohnwagen

Wir sind Feuer und Flamme für das Thema Campen mit Wohnwagen – daher fragten wir uns neulich erst: 

Welche Wohnwagen-Arten gibt es eigentlich? 

Schließlich sieht man da draußen neben dem typischen Wohnwagen, der auf jedem Campingplatz oder Festival steht, durchaus ein paar Exoten.

Grund genug also für uns, ein wenig nachzuforschen und dir die möglichen Caravan-Arten vorzustellen. Sollten dich Reisemobile interessieren, wirf einen Blick auf die unterschiedlichen Arten von Wohnmobilen.

Neulinge in der Camping-Szene sind oft mit verwirrend ähnlichen Begriffen konfrontiert. Der erste Schritt für uns war daher, eine Antwort auf folgende Frage zu finden…

Ein Wohnwagen ist ein Kraftfahrzeuganhänger in Leichtbauweise, auf dem eine Wohneinrichtung fürs Schlafen und Kochen aufgebaut ist. Im Unterschied zu Wohnmobilen fehlt also ein eigener Antrieb. Synonyme Begriffe für Wohnwagen sind Caravan, Reisewohnwagen, Campinganhänger, Campingwagen, Wohnanhänger oder sogar Haus auf Rädern.

Das Wohnwagen-Gespann unterliegt in den allermeisten Ländern Geschwindigkeitsbegrenzungen von 80 bis 100 km/h.

Der Wohnwagen ist in den meisten Fällen ein Starrdeichselanhänger, das heißt die Deichsel ist mit dem Rahmen des Anhängers starr verbunden, ebenso die Achse(n).

Welche Typen von Wohnwagen unterscheidet man?

Wohnwagen Arten Airstream Camper Trailer
Airstream Wohnwagen im Metallic-Look.

Die Wohnwagen-Art, die man am häufigsten auf Straßen und beim Camping antrifft, sind die klassischen Wohnwagen. 

Die klassische Version des Wohnwagens können wir grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Mini-Wohnwagen
  • Reise- bzw. Touringwohnwagen und
  • Groß- oder Luxuswohnwagen

Neben diesen klassischen Caravans unterscheidet man die folgenden, weniger häufigen Grundversionen:

  • Teardrop-Anhänger
  • Klapp-Wohnwagen
  • Zeltklapp-Wohnwagen
  • Wohnwagen mit Hubdach
  • Offroad-Wohnwagen
  • Transport-Wohnwagen
 

Die Mini-Wohnwagen weisen eine stark verkürzte Länge auf, wie beispielsweise der LC9-200 aus der ehemaligen DDR (“Weferlinger Heimstolz”), der damals speziell für den Trabant als Zugmaschine entwickelt wurde. Er wog nur rund 250 kg, bei einer Aufbaulänge von nur zwei Metern. Historische Mini-Wohnanhänger waren das kleine Dübener Ei (siehe Teardrop-Anhänger), der Eriba Puck oder der QEK Junior.

Mini-Caravans gibt es also in allen möglichen Bauformen und Varianten – hier ist der Übergang fließend. Sie sind vor allem wegen des geringen Platzbedarfs und der reduzierten Anforderungen an die Leistung der Zugmaschine so beliebt.

Die Kosten der Neuanschaffung rangieren für Mini-Wohnwagen zwischen 3.500 und 10.000 Euro, die meisten Modelle und Varianten kosten jedoch über 5.000 Euro.

Caravan Typ Mini Wohnwagen
Westfalia Joker Club und Mini Wohnanhänger. Quelle: Vetatur Fumare, CC BY-SA 2.0

Groß- oder Luxuswohnwagen (Großraum-Wohnwagen) dagegen sind das krasse Gegenteil: Diese Caravans können nur mit einem entsprechend sehr kräftigen Zugfahrzeug gezogen werden. Diese Wohnwagen sind entsprechend groß, lang und weisen häufig eine Tandem-Achse auf. Es gibt sie in allen möglichen Varianten, sie sind jedoch oftmals mit teureren, hochwertigen Wohneinrichtungen ausgestattet.

Die luxuriöse Innenausstattung reicht von feinstem Leder und edlen Polster über Echtglas-Duschen, Keramik-Waschbecken, Fußbodenheizung, aufwendige Multimedia-Technik bis hin zur modernen Küche.

So viel Luxus hat seinen Preis. Großraum-Wohnwagen kosten üblicherweise zwischen 25.000 und 40.000 Euro für Serienmodelle.

Großraum-Caravans werden von verschiedenen Herstellern produziert, unter anderem Bürstner, Adria, Dethleffs, Fendt, Hymer, Hobby oder Knaus Tabbert.

Langer_Wohnwagen Stellplatz
Groß-Wohnwagen mit entsprechender Länge. Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0

Touring- oder Reisewohnwagen sind die Art Caravan, die man auf europäischen Straßen am häufigsten antrifft. Sie liegen von der Größe her zwischen Mini-Caravan und Luxuswohnwagen, sodass meist eine durchschnittliche Zugmaschine ausreicht.

Solche Standard-Wohnwagen sind zwischen 2,30 bis 2,50 Meter breit, innen zwischen 1,90 und 2 Meter hoch und haben eine Länge von 4 bis 8 Metern. Bei normaler Ausstattung sind Einsteiger-Caravans für rund 10.000 Euro zu haben, die Mittelklasse kostet rund 25.000 Euro.

Wir stellen fest:

Der Standard-Reisewohnwagen hat so viel Variationen an Modellen, Marken, Bauweisen und Raumaufteilungen, dass sich die Übergänge zu anderen Wohnwagen-Arten fließend darstellen.

Eriba_Touring Wohnwagen
Eriba Touring Wohnwagen. Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0

Vorteile und Nachteile von klassischen, normalen Wohnwagen

Normaler klassischer Wohnwagen
Normaler (klassischer) Wohnwagen-Typ.

Vorteile: 

  • Da es sie in allen möglichen Größen und Varianten gibt (Mini, Touring, Luxus), findet man sehr leicht genau das passende Modell für sein Zugfahrzeug. 
  • Durch ihre enorme Verbreitung gibt es alle möglichen Grundrisse, die wirklich keine Wünsche offen lassen. 
  • So kann man sich als Camping-Fan den Caravan heraussuchen, der zu den eigenen Bedürfnissen passt (Stauraum, Küchenausstattung, Betten usw.). Wer sich selbst überzeugen möchte, kann ja mal einen Blick auf die modernen Wohnwagen auf Caravan-Ausstellungen und Messen werfen.

Nachteil: 

  • Ein klarer Nachteil sind die erhöhten Preise, selbst bei der enormen Auswahl. Die klassische Variante des Wohnwagens ist verglichen mit kleineren Varianten teuer. Wer über ein sehr eingeschränktes Budget verfügt, sollte lieber von der klassischen Variante Abstand nehmen.

Teardrop-Anhänger: Vor- und Nachteile

Ein Teardrop-Anhänger hat seinen Namen zurecht: 

Ein kleiner Wohnwagen dieser Bauart fällt durch seine Tropf-Form auf und hat meist eine kleine Außenküche sowie zwei Schlafplätze. 

Wer sich in der Caravan Szene gern von der üblichen Form der Wohnwagen absetzen möchte, macht mit einem Teardrop-Anhänger nichts falsch: Man lenkt damit so manche Blicke auf das ungewöhnliche Gefährt. 

Teardrops wurden damals in den USA erstmals populär, als Selbstbau-Anleitungen in Zeitschriften erschienen sind. Sie waren sogar bis in die 1960er Jahre sehr verbreitet, sind dann aber nach und nach aus den Straßen verschwunden. Es gibt aber heute hin und wieder moderne Modelle einiger Hersteller, die den Teardrop-Kult wieder aufleben lassen wollen.

Beispiel eines Teardrop-Anhängers: Würdig 301, “Dübener Ei”.

Nachteile: 

  • Durch seine geringe Höhe ist Stehen nicht möglich. 
  • Natürlich mangelt es durch die geringe Länge und den kleinen Abmessungen auch erheblich an Stauraum. 
  • Wer also einen größeren Urlaub plant und viel mitnehmen will, sollte sich lieber nach größeren Wohnwagen umschauen.
 

Vorteile: 

  • Dafür kann der Teardrop-Anhänger auch von leistungsschwächeren PKWs und sogar Motorrädern gezogen werden. 
  • Außerdem sind sie relativ günstig verglichen mit normalen Caravans.
  • Man kann sie sogar recht leicht selber bauen, was ein klarer Pluspunkt ist.

Klapp-Wohnwagen: Vor- und Nachteile

Ein Klapp-Wohnwagen erlaubt, wie der Name schon andeutet, ein Einklappen der festen Seitenwände (zum Beispiel Wohnwagen der Firma Esterel). Diese Bauart hat also festen Boden, Dach und Wände, Letztere können aber eingeklappt werden. 

Die Grundfläche des Klapp-Caravans bleibt so in jedem Zustand gleich groß. Der Anhänger wird, einmal eingeklappt, ungefähr so flach wie ein normaler Lastenanhänger.

Nachteile:

  • Durch seine Bauart muss man einen großen Teil der Ausrüstung leider im PKW verstauen und transportieren. 
  • Zu dem Aufbau kommt also noch die Zeit, um alles vor Ort einzuräumen.
  • Da durch die Faltkonstruktion die Schränke entfallen, hat man vergleichsweise weniger Stauraum.
 

Vorteile: 

  • Einmal eingeklappt, nimmt der gesamte, nun flache Anhänger weniger Platz und vor allem Höhe ein. 
  • Die niedrige Bauform hilft aber auch, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. 
  • Außerdem hat man stets eine gute Übersicht in den Rückspiegeln während der Fahrt.

Zeltklapp-Wohnwagen: Vor- und Nachteile

Der Wohnzelt-Anhänger funktioniert ähnlich, jedoch entfalten sich bei dieser Version keine festen Seitenwände, sondern stattdessen ein ausklappbares Zelt (Beispiele: Klappfix, Faltmeister).

Es handelt sich beim Zeltklapp-Anhänger also eher um ein Zelt, das fest mit einem Anhänger verbunden ist. In eingeklapptem Zustand hat dieser auch meist die Maße eines gewöhnlichen Lastenanhängers.

Zunächst werden Teile des Anhängers eingeklappt, danach das Zelt auseinander gefaltet. Schließlich wird dieses, wie jedes gewöhnliche Zelt auch, mit Schnüren und Heringen abgespannt. Man findet nicht selten eine recht komfortable Kochgelegenheit in der Heckklappe verbaut.

Die Kosten für neue Faltcaravans liegen für Serienmodelle zwischen 5.000 und 15.000 Euro, die Mittelklasse kostet rund 8.000 Euro.

Wohnwagen oder Faltcaravan, beide Klassen haben ihre Vorzüge.

Nachteile:

  • Durch seine Bauart muss man beim Faltcaravan mit einer recht langen Aufbauzeit vor Ort rechnen, selbst für Geübte sind 30 Minuten und mehr normal. 
  • Auch hier hat man wenig Stauraum – die Ausrüstung muss zum Großteil im Fahrzeug verstaut werden. 
  • Zwar hat man den Luxus eines festen Bodens, aber trotzdem alle übrigen Nachteile des Zeltens (Lärm von nebenan, Lichtdurchlässigkeit, klamme Kleidung, Anfälligkeit für Witterung usw.).

Vorteile: 

  • Einmal eingeklappt, nimmt der Faltanhänger wenig Platz und vor allem Höhe ein. 
  • Die niedrige Bauform hilft aber auch, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren – durch den geringen Luftwiderstand. 
  • Außerdem hat man stets eine gute Übersicht in den Rückspiegeln während der Fahrt. 
  • Autofahrer mit kleinen PKWs werden diese Bauform des Wohnwagens zu schätzen wissen: Man kann sie auch mit geringen Motorleistungen ziehen.

Wohnwagen mit Hubdach

Eriba_Pan_1964_hl Wohnwagen mit Hubdach
Eriba Pan 1964 hl Wohnanhänger mit Hubdach. Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0

Wohnwagen mit Hubdach (Reise-Caravans) sind im Grunde klassische Caravans, bei denen man jedoch das Dach um ein gewisses Stück (i.d.R. einige Zentimeter) nach oben bewegen kann. 

Der abgebildete Eriba Pan von 1964 bildet eher die Ausnahme: Hier hat man erheblich weniger Platz für Campingausrüstung – die modernen Versionen dieser Wohnwagen-Klasse findet man in unterschiedlichen Größen vor.

Wohnwagen mit Hubdach sind in der Regel jedoch nur zwischen 2 Meter und 2,20 Meter breit, dabei maximal 5 Meter lang. Somit sind solche Reise-Caravans ganz besonders kompakte Vertreter ihrer Gattung. Dieser Vorteil geht jedoch damit einher, dass meist zugunsten von Bett und Küche auf die Nasszelle verzichtet wird.

Vorteile:

  • Ein Caravan mit Hubdach hat eine angenehme Stehhöhe, wenn das Dach angehoben wird. 
  • Außerdem sind Wohnwagen mit Hubdach aerodynamischer während der Fahrt – das Dach bleibt während der Autofahrten unten und erlaubt somit eine windschnittige Form.
  • Günstiger Anschaffungspreis

Nachteile:

  • Baubedingt weniger Wohn-Komfort
  • Geringer Stauraum

Offroad-Wohnwagen

Offroad-Caravans sind Maßanfertigungen und dementsprechend teuer in der Herstellung. Sie werden genau nach Wünschen der Kundschaft gefertigt.

Besonders robuste Materialien für innen und außen Bodenfreiheit oder sogar dieselbe Spurbreite wie das Zugfahrzeug sind häufige Kundenwünsche bei der Konstruktion von Offroad-Trailern.

Ein entsprechendes Offroad-Zugfahrzeug vorausgesetzt steht dem Offroad-Vergnügen abseits der Straße nichts mehr im Wege.

Transport-Caravan

Eine weitere Besonderheit ist der Transport-Wohnwagen. Auffälligstes Merkmal des Transport-Wunders ist die riesige Heckklappe, die von Outdoor-Fans und Bikern ganz besonders geschätzt wird. 

Nicht nur das Motorrad, auch Sportgeräte finden ihren Platz. Dafür ist im Heck typischerweise eine herausnehmbare Auffahrrampe montiert, um Motorrad oder Fahrräder bequem zu verladen.

Der Knaus Deseo 400 TR ist solch ein Transport-Caravan auf Tandemachse. Die besonders leichte, robuste Bauweise ist typisch. Zudem kann jeder Motorrad-Fan die wichtigsten Utensilien problemlos und sicher verstauen. Trotzdem bleibt noch genügend Platz zum Schlafen – auf Kosten von Wohnkomfort.

Mit Preisen zwischen 20.000 und 30.000 Euro ist ein Transport-Caravan allerdings alles andere als günstig. Wer jedoch sein Hobby liebt, ist mit dieser Caravan-Bauart gut bedient.

Welche Wohnwagen-Typen mieten?

Wir haben dir heute die unterschiedlichen Wohnwagen-Typen mit ihren wichtigsten Stärken und Schwächen vorgestellt.

Der beste Weg jedoch, um die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Wohnwagen-Arten selbst herauszufinden, ist das Anmieten verschiedener Wohnwagen.

So findest du schnell heraus, welche Caravan-Typen am besten zu dir und deinen Camping-Bedürfnissen passen.

Vor allem dann, wenn du schon ein gewisses Kaufinteresse hast, ist das Anmieten eine gute Idee. Da reichen oft schon ein, zwei Tage auf einem Stell- oder Campingplatz in deiner Nähe, um herauszufinden, ob der Wohnwagen-Typ zu dir passt.

So schützt du dich effektiv vor Fehlentscheidungen beim Kauf, die dich eventuell teuer zu stehen kommen.

Das einfache „Besichtigen“ eines Caravans beim Händler reicht nicht aus, um die Alltagstauglichkeit beim Camping zu beurteilen.

Welche Wohnwagen-Vermietung können wir dir empfehlen?

Wir empfehlen dir Campanda. Du findest dort eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Wohnwagen-Typen. Das Angebot an Mietfahrzeugen erstreckt sich mittlerweile auf 42 Länder. Zudem gibt’s eine Best-Preis-Garantie und einen Rund-um-Kundenservice.

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!