Wohnwagen auf Stellplatz verboten: Gründe, Regeln & Strafen

Wir zeigen euch heute die Gründe für ein oftmaliges Verbot von Wohnwagen auf Stellplätzen auf. 

Das Abstellen von Caravans ist nicht ausnahmslos verboten und es gibt da mancherorts schwammige Regeln, je nach Bundesland und Stellplatzsatzung.

Es kann sogar eine Strafe fällig werden. Denn auch der Betreiber des Wohnmobilstellplatzes kann haftbar gemacht werden, wenn es zu verschuldeten Caravan-Schäden kommt, weil für diese keine gültige Sondernutzung besteht.

In den einfachsten Fällen ist ein Wohnmobilstellplatz lediglich eine normale Parkfläche, auf der durch entsprechende Beschilderung oder durch einen sonstigen Aushang das Übernachten im Reisemobil erlaubt wird.

Derartig einfache Stellplätze werden dürfen in Deutschland vielfach auch von anderen Fahrzeugtypen (etwa Busse oder PKWs) genutzt werden. Straßenverkehrsrechtlich gesehen ist dies aber eine Frage der Beschilderung.

Hier müsst ihr genau hinsehen:

In Deutschland sind Stellplätze seit 2017 mit dem Zeichen 365-67 für „Wohnmobilplatz“ versehen.

Dieses Verkehrszeichen weist nur darauf hin, dass es sich um einen Stellplatz handelt. Es gibt jedoch keinen Hinweis auf eventuelle Verbote oder Gebote für den entsprechenden Stellplatz.

 

wohnmobil stellplatz zeichen
Seit 2017: Das deutsche Zeichen für Wohnmobilstellplatz (Zeichen 365-67)

Wichtig:
Da dieses Zeichen nicht in der Anlage 3 der StVO erwähnt wird, kann das Zeichen nur allgemein auf den Wohnmobilstellplatz hinweisen.

Alternativ findet ihr bei Stellplätzen häufig das Parkplatzschild (Zeichen 314 der StVO) kombiniert mit dem Zeichen für Wohnmobile (1010-67).

Achtet also bei der Einfahrt immer auf solche Schilder.

Eine solche Verkehrszeichen-Kombination sieht dann wie folgt aus:

Zeichen 314-50 Parkplatz StVO
Zusatzzeichen 1010-67 Wohnmobile StVO

Seit 1992 wird das übliche Zeichen für Parkplätze (Nr. 314) kombiniert mit dem Zusatzzeichen 1010-67 für Wohnmobile.

Manchmal wird eine solche Kombination noch ergänzt um ein Zusatzzeichen für eine zeitliche Begrenzung. Das variiert von Ort zu Ort.

Wichtig:
Seht ihr vor der Einfahrt zu einem Stellplatz eine solche Kombination (Zeichen 314 mit Zusatzzeichen 1010-67), dürfen nur Wohnmobile diesen Stellplatz benutzen!

Es besteht also durchaus ein Unterschied, welche Schilder auf den Stellplatz hinweisen. Davon ist abhängig, ob es verkehrsrechtlich Ge- oder Verbote für den jeweiligen Platz gibt.

Definition und Arten von Wohnmobilstellplätzen

Was ist ein Wohnmobilstellplatz? Wohnmobilstellplätze sind Übernachtungsplätze, die auf die speziellen Anforderungen von Wohnmobilen ausgerichtet sind und deren Nutzung rund um die Uhr zwingend möglich sein muss.

Diese Arten von Wohnmobilstellplätzen haben sich etabliert:

  1. Transitplatz: Transitplätze sind einfache Übernachtungsplätze, die oftmals ohne jeden Komfort für reisende Wohnmobilisten ausgestattet wurden.
  2. Kurzreiseplatz: Kurzreisestellplätze sind als Stellflächen für Wohnmobile ausgewiesen worden, die häufig Ver- und Entsorgungseinrichtungen aufweisen.
  3. Wohnmobilhafen: Übernachtungsstellflächen mit gehobener Ausstattung, die ausschließlich für Wohnmobile gebaut wurden.

Stellplätze sind Parkplätze mit Sondernutzung

Entweder die Behörde oder bei Privatplätzen der Eigentümer gewährt den parkenden Reisemobilisten die Sondernutzung. Diese erstreckt sich auf einfachen Wohnmobilstellplätzen lediglich auf das Übernachten.

Bei einer erweiterten Sondernutzung kann auch das Übernachten im Wohnwagen oder das Grillen vor Ort erlaubt sein. Das regelt in den meisten Fällen die Stellplatzsatzung, die an den Plätzen ausgehängt werden.

Schaut euch die Satzung der Wohnmobilstellplätze genau an, daran erkennt ihr meist auf den ersten Blick, ob auch Wohnwagen erlaubt sind oder nicht.

Was sind die Gründe für das häufige Verbot von Wohnwagen auf Stellplätzen?

Langer_Wohnwagen Stellplatz
Gerade längere Wohnwagen-Gespanne stellen für Wohnmobilplätze ein Platzproblem dar. Quelle: Norbert Schnitzler, CC BY-SA 3.0

Warum man mit einem Wohnwagen nicht auf einen Wohnmobilstellplatz darf, hat unterschiedlichste Gründe, die auch regional voneinander abweichen (Quelle: Schröder & Partner Unternehmensberatung für Stellplätze):

Rechtliche und ökonomische Gründe für Wohnwagen-Verbote auf Stellplätzen

  1. In NRW muss ein Stellplatz mit der Erlaubnis für Caravan-Gespanne die Mindestfläche von 70qm aufweisen. Die meisten Wohnmobilstellplätze sind jedoch kleiner.
  2. Soll ein Caravan auf dem Stellplatz abgestellt werden, müssen höhere Brandschutz-Auflagen erfüllt werden. Grund: Wohnwagen haben eine geringere Mobilität als Wohnmobile.
  3. Die Kosten für Stellplätze mit Wohnwagen-Erlaubnis sind um circa 30 % höher als für herkömmliche Stellplätze.
  4. In manchen Bundesländern gibt es eine maximale Zahl an Wohnwagen auf Stellplätzen, oft sind das lediglich drei Gespanne. Bei Stellplätzen mit mehr als drei Wohnwagen müssen die umfangreicheren Auflagen für Campingplätze erfüllt werden. Ein Verbot verhindert, dass der Stellplatz erst gar nicht diese Grenze überschreiten kann.
 

Die genannten Gründe legen nahe, dass es nicht um ein fehlendes „Wollen“ seitens der Betreiber des Stellplatzes geht. Vielmehr geht es also um erhöhte Erstellungskosten, fehlende Flächen oder die Sicherheits- und Haftungsfrage für den Betreiber.

Sonstige Gründe für Wohnwagen-Verbote auf Stellplätzen

  • Es gibt einen oder mehrere Campingplätze in der Nähe. Diese bieten in aller Regel für Wohnwagen bessere Konditionen und mehr Komfort.
  • Verbote verhindern, dass die Betreiber sich gegenseitig um die lokale Zielgruppe bringen.
  • Wohnwagen sind oftmals weniger autark als Reisemobile.
  • Das Rangieren mit Gespann ist problematischer als mit Wohnmobilen.

Regeln und Verhalten für Wohnmobilstellplätze mit Wohnwagen-Erlaubnis

Stellplatz wohnmobile
Regeln für Wohnmobilstellplätze sind unterschiedlich, je nach Ort und Eigentümer. Quelle: Reisen aus Leidenschaft, CC BY-SA 2.0

Die wichtigste Grundregel lautet:

Meldet euch sofort bei der Ankunft und holt Informationen zur Platzordnung ein!

Wenn ihr einen Stellplatz mit Zulassung für Wohnwagen gefunden habt, gilt es jedoch erstmal die Formalitäten zu klären. Die sind je nach Art und Größe des Stellplatzes durchaus sehr unterschiedlich.

Anmeldung und Bezahlen

  • Achtet zunächst auf wichtige Schilder im Eingangsbereich eures Stellplatzes. Oft sind Schilder auch bei Ver- und Entsorgungsstationen oder bei Kassenautomaten platziert.
  • Übliche Bezahlvorgänge sind Automaten, in denen ihr Münzen einwerft und eure Parkticket lösen könnt.
  • Es gibt Stellplätze mit oder ohne Parkwächter, die beim Rundgang abkassieren. Bei diesen könnt ihr alle offenen Fragen stellen.
  • In vielen Fällen wird auch ein Anmeldeformular fällig, das ihr sofort ausfüllen müsst.
  • Hat der Stellplatz die Anbindung an einen Campingplatz, findet ihr häufig eine Rezeption vor. Dort erledigt ihr alle Formalitäten wie Anmeldung, Bezahlung und das Einholen von Infos über den Platz oder die örtlichen Besonderheiten.
  • Ist der Eigentümer des Stellplatzes eine Einrichtung vor Ort oder ein Ladenlokal, müsst ihr in diesen Fällen häufig nicht auf dem Stellplatz, sondern im Geschäft bezahlen.

Die wichtigsten Verhaltensregeln für Wohnmobil-Stellplätze mit Wohnwagen-Erlaubnis im Überblick

  • Der wichtigste Punkt: gegensetige Rücksichtnahme! Das gilt für alle Beteiligten gleichermaßen und insbesondere für Stellplätze, bei denen ihr einen der letzten freien Plätze erwischt. Dann parkt ihr oftmals dicht an dicht mit eurem Caravan oder Reisemobil.
  • Haltet euch also grundsätzlich an eine Parkordnung. Egal wie groß euer Gespann oder das Reisemobil sein mag, für die Mitcamper muss noch genügend Platz bleiben. Gerade auf Stellplätzen in Tourismus-Gebieten kann es schon mal eng werden.
  • Grundsätzlich dürft ihr eure Markise oder das Vorzelt am Wohnwagen nicht ausfahren. Vielleicht drückt der Betreiber mal ein Auge zu, wenn ihr eure Caravan-Markise nur kurz nutzt. Aber auch hier kann es, je nach Satzung, zu Ärger in Form einer Strafe kommen. Auch die fällt unterschiedlich aus, je nach Betreiber und Ort.
  • Campingstuhl und Tisch dürft ihr oftmals nicht im Freien aufbauen, das wird ungern gesehen oder ist tabu. Bevor ihr also eine leckere Mahlzeit zubereitet und diese vor eurem Wohnwagen genüsslich verspeist, informiert euch über die lokale Gegebenheit. Ihr wollt ja keine Strafe oder den Platzverweis riskieren.

Wohnwagen auf Stellplatz verboten: Lösungen und Tipps

Sucht euch schon im Vorfeld günstige Stellplätze raus, bei denen Wohnwagen auch erlaubt sind. Ein Portal dafür ist Jürgen Langners Seite, ein Stellplatzführer, mit dem ihr Stellplätze in Deutschland, Europa und Afrika findet.

Ladet euch eine für eure Bedürfnisse passende Stellplatz-App herunter und achtet ganz besonders auf die Filter-Möglichkeit „Wohnwagen erlaubt“.

Auch wenn der Trip spontan ist und ihr einen Stellplatz suchen müsst, kann es nicht schaden notfalls einige Kilometer weiterzufahren, um einen mit Wohnwagen-Erlaubnis zu finden. Riskiert ihr dagegen die Auffahrt auf einen Wohnmobilstellplatz, bei dem die Satzung-Lage nicht klar ist, müsst ihr oftmals sofort wieder mit Gespann weiterziehen.

Autohöfe sind für Wohnwagengespanne nicht ideal. Zwar gibt es hier häufig Extraplätze für Wohnmobile und Wohnwagen. Meist findet ihr hier aber eine Überbelegung durch Kleintransporter vor. Vorsicht auch vor LKWs mit Kühlaggregaten: Hier kann es passieren, dass ihr nachts kein Auge zu tut, wenn ständig das Aggregat anspringt.

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!