Wohnwagen & Gespann parken: Wo & wie lange, was ist erlaubt?

Unbeschwerte Campingurlaube mit dem Caravan sind toll, das Parken des Wohnwagens kann dagegen so manche Stolperfalle mit sich bringen.

Stellt man den Wohnanhänger am Straßenrand ab, muss man einige Vorschriften der Straßenverkehrsordnung und des öffentlichen Rechts kennen. 

Du willst ja kein Bußgeld oder eine Verwarnung kassieren, nur weil du die eine oder andere Vorschrift zum Parken des Caravans missachtet hast.

Heute teilen wir mit dir unser Wissen rund um das korrekte Abstellen eines Wohnwagens und geben Tipps, was du beachten musst.

Wichtige Vorschriften für das Parken des Wohnwagens und Gespanns im Überblick:

1. Grundsätzlich dürfen Caravans und Gespanne überall dort in Deutschland geparkt werden, wo kein explizites Verbot besteht. Die Straßenverkehrsordnung enthält lediglich Regelungen, wo das Parken verboten ist.

2. Ein Wohnwagen ohne Zugfahrzeug darf gemäß § 12 Abs. 3b StVO nicht länger als zwei Wochen an derselben Stelle im öffentlichen Verkehrsraum geparkt werden. Für entsprechend gekennzeichnete Parkflächen gilt diese Frist nicht.

3. Nach Ablauf von 14 Tagen muss ein Caravan ohne Zugfahrzeug, der auf öffentlichen Straßen oder Parkflächen ohne Unterbrechung abgestellt wurde, umgeparkt werden. Passiert dies nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro wegen Ordnungswidrigkeit.

4. Die neue Frist von zwei Wochen beginnt erst, wenn der Caravan-Besitzer den Parkplatz für andere Verkehrsteilnehmer geräumt hat. Um den Block fahren genügend laut ADAC. Entscheidend ist nur erneutes abkuppeln und parken. Die Polizei erfasst daher die Ventilstellung von geparkten Anhängern und stellt fest, ob der Besitzer den Wohnwagen bewegt hat oder nicht.

5. Ist dagegen der Caravan an das Zugfahrzeug gekoppelt, darf ein solches Gespann zeitlich unbegrenzt an öffentlichen Straßen und Wegen geparkt werden. Auch ein geparktes Wohnmobil darf zeitlich unbegrenzt am Straßenrand stehen.

6. Wer einen schweren Caravan über 2 Tonnen zulässiger Gesamtmasse besitzt, darf diesen in der Zeit von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen innerhalb geschlossener Ortschaften gemäß § 12 Abs. 3a nicht regelmäßig parken. Dies gilt aber nicht für besonders gekennzeichnete Parkflächen.

7. Parken auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen ist mit abgelaufenem Saisonkennzeichen verboten. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro und einem Punkt im Flensburger Zentralregister geahndet.

8. Ist das Kennzeichen abgelaufen, darf das Fahrzeug nicht vom privaten Parkplatz bewegt werden. Selbst das Anlassen des Motors ist verboten. Ein Verstoß kostet 50 Euro Bußgeld und 3 Punkte im Flensburger Zentralregister.

9. Erlaubt die Beschilderung das Parken auf dem Gehweg, darf das Caravan-Gespann maximal 2,8 Tonnen schwer sein. Die meisten Zugfahrzeuge inklusive Anhänger wiegen deutlich mehr, sodass das Abstellen für die meisten Gespanne nicht zulässig ist. Parkt ein entsprechend leichtes Gespann auf dem Gehweg, dürfen gemäß § 12 Abs. 3 Nr. 4 keine Schachtdeckel und anderen Verschlüsse blockiert werden.

10. Sind für die Parkfläche Markierungen auf dem Untergrund vorhanden, muss der Caravan innerhalb dieser Linien eingeparkt werden. Ragt der Anhänger über die Markierung hinaus, ist ein Abstellen untersagt. Hier droht ein Bußgeld in Höhe von 10 bis 30 Euro.

11. Der Wohnwagen oder das Gespann darf nicht auf reservierte Flächen für bestimmte Fahrzeug-Klassen abgestellt werden: Parken Wohnwagen oder Gespann auf reservierten Flächen für Busse, LKW oder PKW, droht ein Bußgeld in Höhe von 10 bis 30 Euro.

12. Im Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme gemäß § 1 StVO sollte kein Gespann so geparkt werden, dass Andere gefährdet, behindert oder belästigt werden. Selbst wenn das Parken in unmittelbarer Nähe der Schule erlaubt ist, kann ein derart abgestellter Wohnwagen die Sicht der Schulkinder auf den Verkehr beim Überqueren der Straße behindern.

Camper urlaub gespann

Mit dem Wohnwagen-Gespann auf Autobahnraststätten parken

Caravan-Gespanne sind auf Raststätten gegenüber PKWs und LKWs oft im Nachteil. 

Viele Raststätten-Parkplätze weisen keine gesonderte Beschilderung für Gespanne auf. Stattdessen gibt es häufig nur ausgewiesene Parkplätze für LKW- und PKW-Fahrer.

Was tun, wenn es keine Parkplätze für Gespanne an Rasthöfen gibt?

Auf LKW-Parkplätzen dürfen Gespanne nur parken, wenn sie über 3,5 Tonnen wiegen und das Zugfahrzeug zusätzlich kein PKW ist. Außerdem solltest du im Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr LKW-Parkplätze generell meiden: LKW-Fahrer sind auf die Einhaltung von Ruhepausen angewiesen.

Falls du dennoch auf einem LKW-Parkplatz mit entsprechendem Gespann parken willst, stelle dich möglichst Platz sparend hin. Du vermeidest so unnötigen Ärger mit den Berufskraftfahrern.

Sind lediglich LKW- und PKW-Parkplätze ausgeschildert, kannst du mit einem PKW als Zugfahrzeug nicht legal auf dieser Autobahnraststätte parken.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du den Standort wechseln: Abseits der Autobahn parken oder einen geeigneten Rasthof mit Gespann-Parkplätzen finden heißt dann die Devise.

Bist du bereit, ein gewisses Risiko einzugehen, stelle dich eher auf einen PKW-Parkplatz. Auch hierbei solltest du möglichst so einparken, dass du niemanden behinderst oder gefährdest.

Wohnwagen auf dem eigenen Grundstück oder im eigenen Garten abstellen

Ein Caravan darf grundsätzlich auf dem eigenen Grundstück geparkt werden. Selbst, wenn durch das Abstellen eine Sichtbeeinträchtigung für den Nachbarn die Folge ist. Solange kein Nachbar oder sonstige Dritte in ihren Rechten verletzt werden, kann der Wohnwagen für unbestimmte Zeit dort abgestellt werden.

Trotzdem muss der Caravan-Besitzer so manche öffentlich-rechtliche Vorschrift einhalten, damit der Wohnwagen dort stehen darf.

Zunächst solltest du im Hinterkopf haben, dass der Wohnwagen von dir als Eigentümer regelmäßig in Betrieb genommen werden muss. Ein Saison-Kennzeichen ist daher eine gute Lösung. Du kannst den Caravan auch vorübergehend stilllegen. Wird dieser aber komplett stillgelegt, schreitet das Ordnungsamt ein.

Der erste Schritt, sobald du das Abstellen auf dem eigenen Grundstück planst, sollte immer die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde sein, um sich nach erforderlichen Maßnahmen und Vorschriften zu erkundigen.

Der Grund liegt vor allem darin, dass der Wohnwagen einen festen Stellplatz auf dem eigenen Grundstück benötigt. Also eine für Kraftfahrzeuge vorgesehene Fläche.

Wie genau der Stellplatz aussehen kann, das regelt oft die Stellplatzverordnung des Bundeslandes, die in den jeweiligen Landesbauordnungen zu finden ist.

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Der Wohnwagen im Garten muss hin und wieder in Betrieb genommen werden. Saison-Kennzeichen sind dafür geeignet.

Die Kontaktaufnahme zur Bauaufsichtsbehörde ist besonders dann sinnvoll, wenn der Wohnwagen sowieso hin und wieder zu Wohnzwecken außerhalb des Urlaubs genutzt werden soll. Ein derartig genutzter Wohnwagen im eigenen Garten ist je nach Bauordnung oft genehmigungspflichtig.

Die Kontaktaufnahme vermeidet spätere Ärgernisse, wenn sich Nachbarn über eine solche Nutzung beschweren.

Je nachdem, wie du den Wohnwagen auf deinem Grundstück nutzen willst, kann die Behörde annehmen, dass der Caravan durch bauliche Änderungen oder gewerbliche Nutzung nun Gebäude-Charakter hat. Auch die überwiegend ortsfeste Nutzung kann die Behörde als bauliche Anlage auslegen.

Ist das erfüllt, zum Beispiel weil du dort regelmäßig übernachtest und ein permanentes Vorzelt aufgebaut hast, gibt es auch in diesem Fall verschiedene Möglichkeiten, die die Stellplatzverordnung vorsehen kann.

Durch den Gebäude-Charakter wegen baulicher Veränderungen des Wohnwagens muss dann oft ein gewisser Abstand zum Nachbargrundstück eingehalten werden. Hältst du dich nicht an diese Vorschriften, musst du unter Umständen den Wohnwagen vom Grundstück entfernen und bei einem Bauern in der Scheune oder andernorts überwintern lassen.

Geht von dem Wohnwagen eine Wirkung wie von einem Gebäude aus (etwa wegen ortsfester Nutzung oder permanentem Vorzelt), sind neben Abständen häufig Lichtrechte einzuhalten.

Du siehst also – das Abstellen eines Wohnwagens im eigenen Garten kann schnell kompliziert werden! 

Je nach Bundesland, Stellplatzverordnungen oder der geplanten Nutzung musst du eine Reihe öffentlich-rechtlicher Vorschriften einhalten.

Übernachten im Caravan

Nicht immer schafft man es, mit einem Caravan-Gespann einen Campingplatz für die Übernachtung anzusteuern. 

Bist du von der langen Fahrt zu müde für weitere Stunden auf der Straße, solltest du rechtzeitig am Straßenrand oder an Raststätten Halt machen und dich ausruhen.

Doch Vorsicht – Parken ist nicht gleich übernachten. Auch hierbei gibt es Vorschriften, die du kennen musst. 

Wir helfen dir und stellen die wichtigsten Regelungen fürs Übernachten im Caravan vor.

Einmaliges Übernachten: Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit

Einmaliges Übernachten im Wohnwagen ist grundsätzlich überall dort möglich, wo du auch öffentlich parken darfst. Nach längerer Fahrt dient einmaliges Übernachten lediglich zur Wiederherstellung deiner Fahrtüchtigkeit.

Dabei werden dir rund zehn Stunden zugestanden. Danach solltest du zu deinem Ziel aufbrechen oder den Standort wechseln

Frei stehen ist mit Wohnwagen-Gespann in Deutschland daher begrenzt möglich, wenn man sich an diese Regelung hält.

Kampieren: Selbst bei einmaliger Übernachtung genehmigungspflichtige Sondernutzung

Wenn du anfängst, Stühle und einen Tisch vor deinem Caravan aufzubauen oder die Markise auszufahren, gilt das nicht mehr länger als Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit.

Man geht in diesem Fall bereits von Kampieren aus, das nur mit Sondernutzung möglich ist. 

Da du in den allermeisten Fällen keine Genehmigung dafür hast, lasse Campingmöbel lieber im Caravan. 

Im Wohnwagen selbst darfst du wie gewohnt kochen oder Mobiliar benutzen.

Mehrfaches Übernachten am gleichen Ort: Genehmigungspflichtige Sondernutzung

Willst du in deinem Wohnwagen auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen mehrfach an derselben Stelle übernachten, brauchst du eine genehmigungspflichtige Sondernutzung.

Der Grund ist einleuchtend: 

Du benutzt den Parkplatz entsprechend nicht mehr länger zum reinen Parken.

Stattdessen geht der Gesetzgeber bei mehrfacher Übernachtung am gleichen Ort vom Wohnzweck aus. Dieser Wohnzweck muss daher genehmigt werden.

Übernachten im Wohnwagen auf Privatgrund

Wenn du vorhast, auf einem Privatgrundstück eine Übernachtung im Caravan einzulegen, brauchst du erst einmal die Zustimmung des Eigentümers.

Das ist in den allermeisten Fällen, wenn du nach langer Fahrt in dir unbekannten Regionen unterwegs bist, nur selten möglich. 

Stell dir vor, du kommst am späten Abend zu einem Restaurant oder einer Tankstelle. Den Eigentümer zu kontaktieren, dürfte zu später Stunde schwierig werden.

Übernachten im Wohnwagen auf Autobahnraststätten und Autohöfen

Sofern der Rasthof an der Autobahn entsprechende Parkplätze für Wohnwagen vorsieht, darfst du dort mit deinem Wohnwagen übernachten.

Aber ist das eine gute Idee? 

Wir sind der Überzeugung, dass Rasthöfe an Schnellstraßen und Autobahnen keine geeignete Wahl für die Übernachtung ist.

Diebe schlagen leider meist an viel befahrenen Straßen zu, wenn es dunkel wird. Auch Überfälle sind keine Seltenheit, vor allem in Frankreich.

Wenn du dennoch im Caravan auf Autoraststätten übernachtest, suche dir einen gut einsehbaren Parkplatz, der Sichtschutz oder Privatsphäre sollte gerade nicht das entscheidende Kriterium sein. 

Diebe meiden Orte, die zu sehr einsehbar sind und suchen sich abgelegenere Parkplätze auf Rasthöfen aus.

Achte auch auf die Beleuchtung des Parkplatzes, zu dunkel sollte der Rasthof nicht sein.

Autohöfe und Raststätten sind wegen der lauten Verkehrsgeräusche zudem kein angenehmer Ort zum Übernachten.

Stellplatz für Wohnmobile: Für Wohnwagen meist verboten

Wenn du zufällig einen Wohnmobil-Stellplatz für Wohnwagen entdeckst, sind solche Orte die beste Möglichkeit, im Caravan zu übernachten.

Leider sind häufig Wohnwagen auf Stellplätzen verboten, weil jeder Wohnmobil-Stellplatz eine erweiterte Sondernutzung für Wohnwagen benötigt.

Da ein Blick in die Stellplatz-Satzung am Eingang oft keinen Hinweis liefert, ob Gespanne auf dem Stellplatz erlaubt sind oder nicht, solltest du am besten freundlich nachfragen.

Tipp:
Suche dir schon frühzeitig im Internet, per Stellplatz-App oder telefonisch die passenden Stellplätze für deine Reiseroute heraus, damit du keine bösen Überraschungen erlebst!

Wir haben dir die besten Stellplatz-Apps zusammengestellt. Achte auf den Filter für Wohnwagen – solch einen Filter hat nicht jede Stellplatz-App.

Bei kostenpflichtigen Privat-Stellplätzen wirst du meistens beim Eigentümer zahlen müssen. Kläre daher frühzeitig ab, ob dein Wohnwagen erlaubt ist.

Bei Stellplätzen, bei der die jeweilige Gemeinde oder Stadt Eigentümer ist, bietet sich eher ein Telefongespräch oder eine frühzeitige E-Mail an, um ein eventuelles Verbot für Wohnwagen abzuklären.

Auf dieser hilfreichen Karte findest du Stellplätze, auf denen Wohnwagen erlaubt sind.

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!