8 Gründe, warum Power Stations fürs Wohnmobil sinnvoll sind

Tragbare Power Stations sind nicht nur sinnvoll wegen der portablen Handhabung. Der Markt bietet inzwischen auch mobile Energiespeicher mit größeren Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien oder Polymer-Batterien.

Diese können zu bestimmten Zeiten einen Teil der Energielast im Camper abfedern und andere verbaute Systeme – vor allem Solarzellen und Bordbatterien – sinnvoll ergänzen.

Dabei sind sie ganz besonders flexibel einsetzbar.

Wir haben daher heute die wichtigsten Gründe zusammengetragen, warum sich Power Stations für Wohnmobilisten lohnen können.

Welches Reisemobil du auch haben magst – mehr Optionen für Gleich- und Wechselstromquellen sind nahezu immer ein Gewinn.

Inhaltsverzeichnis

1. Die Sicherung am Campingplatz fliegt nicht länger raus

Eine Power Station ist allein deswegen sinnvoll, wenn wir in südlichen Ländern unterwegs sind. Kleinere, ältere Campingplätze in solchen Regionen sind nicht selten mit nur 6 Ampere gesichert. Hierzulande sind es eher 10 bis 16 Ampere.

Wer einen Haartrockner im Gepäck hat, kennt dieses Phänomen vielleicht auch andernorts. Allgemein sind leistungshungrige Verbraucher dann ein Problem, wenn wir über den Landstrom vom Campingplatz abhängig sind.

Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt lieber gleich eine größere Power Station mit.

Alternativ bleibt die gezielte Nachfrage an den Betreiber des Platzes, wie stark das Stromnetz belastet werden darf. Droht die Sicherung zu fliegen, lässt man lieber die Finger von leistungshungrigen Geräten wie Föhn oder Wasserkocher.

Das gilt aber auch dann, wenn wir mehrere Geräte gleichzeitig betreiben wollen. Hier ein Beispiel:

Der Wasserkocher (2.400 W) wird mit dem Toaster (800 W) in Betrieb genommen. Außerdem läuft das Ladegerät (250 W) und der Kühlschrank (200 W). Insgesamt sind das stolze 3.650 Watt Leistungsbedarf. Damit kommt selbst eine Steckdosen-Sicherung mit 16 Ampere an ihre Grenzen (maximal 3.680 Watt), die nicht überschritten werden sollte.

Der entscheidende Punkt ist: Hängen wir kleinere Geräte an die Power Station – etwa den Toaster mit 800 Watt – haben wir etwas Spielraum gewonnen.

Camper Van Landstromanschluss Campingplatz

2. Auf gut besuchten Stellplätzen brauchst du eine Alternative zum Generator

Tatsächlich kann eine absolut leise Power Station – abhängig von der Campingplatz-Ordnung – sehr viel sinnvoller sein als ein lauter Generator, der obendrein die Nachbarschaft mit Treibstoff-Geruch verärgert.

Wenn dein Generator nicht besonders leise ist, werden sich Mitcamper und Betreiber womöglich sowieso umgehend bei dir melden, weil dein Stromerzeuger zur Ruhestörung beiträgt und du damit gegen die Platzordnung verstößt.

Vielleicht kommst du mit dem besonders leisen Ökobetrieb eines Inverters mit reduzierter Motordrehzahl gerade noch ohne größeren Ärger aus der Nummer heraus. Darauf verlassen haben wir uns allerdings noch nie – wir nutzen unseren Honda EU 22i stets abseits von Campingplätzen.

Sowieso gibt es genügend Campingplätze, auf denen die Nutzung mobiler Stromerzeuger entweder komplett untersagt ist oder mit Einschränkungen versehen wird. Das ist Einzelfall-abhängig – ein Blick in die Platzordnung oder Nachfragen beim Betreiber genügt, um keine Mitcamper mit Emissionen und Geräuschkulisse zu verärgern.

Benötigst du zusätzlich Strom und dein Generator steht gar nicht erst zur Debatte, ist eine ausreichend dimensionierte Power Station eine sinnvolle Ergänzung zur Solaranlage auf dem Dach – vor allem, wenn die Steckdosen vor Ort mit nur wenigen Ampere gesichert sind und du deswegen auf eine autarke Lösung zurückgreifen willst.

Das trifft insbesondere auf die lichtschwachen Monate des Jahres zu, in denen bekannterweise die Solarmodule nur noch einen Bruchteil des Ertrags im Vergleich zu den Sommermonaten liefern können.

Hier kann eine Power Station – etwa die Bluetti EB240 mit 2,4 kWh und Lithium-Polymer-Zellen – die Bordbatterien sinnvoll ergänzen. Zusätzlich kann sie neben 230 und 12 Volt über Solar per MC-4-Anschluss geladen werden. Ein MPPT-Laderegler ist schon integriert.

Aber wie wir bereits in unserem Beitrag zur Leistung eines Stromerzeugers beschrieben haben, lassen sich keine Pauschalen vorgeben, wann eine Powerbank oder ein Generator für deine Situation genau passend ist.

Viel hängt neben Größe des Campers, Verbrauch aufgrund der Gruppengröße und anderen Faktoren auch von der Nutzung außerhalb der Saison ab.

Wird das Aggregat oder die Power Station für andere Dinge eingeplant oder nicht? Und damit sind wir beim nächsten Grund, warum Power Stations sinnvoll für Wohnmobil-Besitzer sein können.

3. Power Stations lassen sich auch abseits des Campingplatzes nutzen

Ein wichtiger Grund, warum eine Power Station sinnvoll für Camper ist, liegt in der flexiblen Einsatzmöglichkeit in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.

Solltest du nicht gerade zu den Vanlifern gehören, die in ihrem Reisemobil leben, lohnt ein Blick auf den Verwendungszweck einer Power Station außerhalb der Camping-Welt.

Zunächst einmal erscheint es trivial – aber etwas zu kaufen, was auch außerhalb der Camping-Trips benutzt werden kann, ist lohnenswert.

Darin unterscheiden sich Generatoren und Power Stations auch kaum – beide technischen Geräte können wir sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld nutzen.

Ob Betriebsfeier im Freien, Hochzeit, Gartenparty, Laptop auf der Wiese, Hobby-Heimwerken oder das eigene Boot – die Möglichkeiten für den Einsatz sind zahlreich.

Gegenüber montierten Lösungen (etwa einem Unterflur-Generator) punktet die Power Station mit ihrer Vielseitigkeit, die wir bei jedem Anschaffungspreis berücksichtigen sollten.

Wenn ein Gerät über seine Lebensdauer viel intensiver benutzt werden kann – auch außerhalb von Camping – lohnt sich bei ansonsten gleichen Bedingungen der Kauf umso mehr.

Je intensiver wir allerdings mit dem Reisemobil unterwegs sind, desto eher fällt dieser Faktor weg.

Allerdings können wir die Power Station bei diesen Aktivitäten auch problemlos drinnen nutzen – ohne das Abgasproblem mobiler Generatoren.

4. Mit einer Power Station benötigst du weniger Adapter

Hast du manchmal auch das Gefühl, viel mehr Adapter herumfliegen zu haben als noch vor 15 Jahren?

Das liegt daran, dass moderne Elektronik nicht länger nur den schnöden 230-Volt-Anschluss braucht.

Stattdessen liegt fast jedem Elektronik-Teil ein Aufsatz bei, der dem Gerät die Umwandlung von 230 Volt an der Steckdose auf irgendetwas Passenderes mit weniger Spannung ermöglichen soll – zum Beispiel auf USB oder USB-C.

So gern ich auch mehr Zeug habe, horten möchte ich trotzdem nicht. Das betrifft auch Adapter, die nicht nur im Camper, sondern auch am heimischen Schreibtisch bereits ihre Plätze beanspruchen.

Andererseits ist die Umwandlung per Adapter nicht effizient und immer mit einem gewissen Verlust verbunden – ähnlich einem zu langen Kabel, das auch eine gewisse Verlustleistung gegenüber kürzeren Vertretern seiner Art bedeutet.

Darüber hinaus haben Reisemobil-Besitzer mit älteren Fahrzeugen das Problem, das nicht selten Steckdosen fehlen, weil damals noch mit weniger Bord-Anschlüssen gebaut wurde als heute. In älteren Campern belegen daher klobige Adapter gern mal eine Doppelsteckdose und begrenzen die ohnehin schon dürftige Versorgung mit Anschluss-Möglichkeiten.

Power Stations zeichnen sich vor allem durch ihre vielfältigen Anschlüsse aus. Aktuelle Modelle haben an der Frontseite neben ein bis zwei AC-Steckdosen einen 12-Volt-Anschluss und diverse USB, USB 3.0 oder auch USB-C-Buchsen.

5. Dein Reisemobil hat wenige Steckdosen

Falls dein Camper bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, hat das Fahrzeug ziemlich sicher weniger AC-Steckdosen an Bord als heute vom Band laufende, nagelneue Modelle.

Das ist auch verständlich, schließlich konnten Fahrzeug-Entwicklung und Designer vor vielen Jahren nicht vorhersehen, welche Entwicklung die Stromabhängigkeit nehmen würde. Jedes Familienmitglied will Smartphone, Tablet, Laptop, Smartwatch und andere Geräte laden – und das nicht selten gleichzeitig.

Genau hier kann eine Power Station helfen – vor allem Besitzern älterer Fahrzeuge, in denen wenige Steckdosen verbaut sind. Viele Power Stations können über Solar, 12 Volt und 230 Volt tagsüber laden. Damit sind sie genau dann einsatzbereit, wenn die Familie auf die Elektronik am meisten zugreifen will – nämlich abends nach einem schönen Urlaubstag.

Eine typische Powerbank kann gleichzeitig Smartphones, Laptop und Tablet laden, ohne dabei Steckdosen im Wohnmobil zu belegen.

6. Ohne Verlängerungskabel weniger Stolperfallen

Erleuchtetes Wohnmobil mit Kerzen im Sonnenuntergang

Mit einer Power Station fällt so manche Verlängerungsschnur weg. Einerseits ergibt sich daraus der bereits angesprochene Vorteil, dass weniger Verluste entstehen. Vor allem, wenn das Kabel über eine weite Distanz verlegt wird, um beispielsweise die Lagerfeuer-Gemeinschaft etwas abseits mit Strom zu versorgen.

Andererseits bedeuten weniger Kabelmeter mehr Sicherheit:

Wenn wir nach dem nächtlichen Lagerfeuer plötzlich über ein Kabelgewirr stolpern und uns sogar böse verletzen könnten, ist die Power Station die clevere Alternative mit weniger Kabelgewirr.

Da sprechen wir aus Erfahrung, auch beim Zelten. Nicht selten stolpert jemand in einer größeren Gruppe über Heringe, Abspannleinen oder eben Verlängerungskabel und Steckdosenleisten, wenn die Dunkelheit am Lagerplatz einsetzt.

7. Power Stations als Backup-Stromquelle geben ein Gefühl der Sicherheit

Wir können eine Power Station alleine deswegen empfehlen, weil sie tatsächlich als Backup-Stromquelle ein sichereres Gefühl vermitteln kann. Zu wissen, dass man im Notfall Strom hat, beruhigt eben doch ungemein.

Dabei spielt die Verwendung erstmal keine Rolle. Ob in der Garage, auf Gewässern, beim Offroad-Abenteuer oder beim Camping – nahezu bei jeder Gelegenheit stellt sich ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit ein, wenn man eine Notfall-Stromversorgung ohne größeren Aufwand zur Hand hat.

8. Deine Klimaanlage braucht im Sommer viel Strom

An besonders heißen Tagen lohnt eine Klimaanlage im Camper zweifelsohne am meisten. Ob wir nun mit Bord-Batterien, Generator oder Landstrom die erhoffte Kühlung ermöglichen wollen, meist ist der hohe Anlaufstrom das Problem oder die erwähnte Sicherung am Campingplatz.

Hier helfen insbesondere Klimaanlagen mit SoftStart, die den Anlaufstrom begrenzen und so eine Überlastung verhindern. Ein Modell mit eben dieser cleveren Funktion ist die Dometic Freshjet 2200.

Mit einer Power Station können wir zwar keine gewöhnliche Klimaanlage zum Laufen bringen. Allerdings kann die Power Station als Backup-System in solchen Fällen aushelfen, indem wir andere Geräte, die neben der Klimaanlage laufen sollen, auf sie auslagern – etwa der Kühlschrank.

Meist läuft die Klimaanlage nicht ganztägig, sondern nur für eine gewisse Zeit.

Im Sommer können wir so relativ schnell per Laden an der Solaranlage die Lithium-Zellen einer Power Station – wie etwa der von uns geprüften PowerOak EB240 – wieder auftanken – heiße Tage sind schließlich in aller Regel besonders lichtstark.

Damit können wir uns das Einschlafen im besonders aufgeheizten Camper etwas erleichtern, indem wir die Klimaanlage für einige Zeit laufen lassen.

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!