12 wissenswerte Tipps fürs Wintercamping mit Hund

Wintercamping mit Hund stellt dich vor ein paar ernstzunehmende Herausforderungen. Drohende Kälte und Nässe machen spezielle Ausrüstung nötig, aber auch eine sorgfältige Planung der Reise. 

Zudem ist nicht jede Hunderasse fürs Camping gleich gut geeignet, wenn es empfindlich kalt wird – vor allem nicht für winterlichen Zelturlaub.

Wir haben dir eine Liste mit den wichtigsten Dingen erstellt, auf die du acht geben solltest. Wir hoffen so, dir bei den Vorbereitungen des winterlichen Hundeurlaubs helfen zu können.

Der wichtigste Punkt in der Planung: Ist dein Hund fürs Wintercamping gut oder weniger gut geeignet?

Selbst wenn du weißt, dass dein Hund Kälte liebt, musst du sichergehen, dass er diese auch gut vertragen kann.

Einige der bekanntesten Hunderassen, die Schnee lieben, sind:

  • Neufundländer
  • Siberian Husky
  • Bernhardiner
  • Chow-Chow

Hier findest du eine Liste mit Schneehunden, die an kalte Klimazonen gewöhnt sind. Diese Hunderassen sind fürs Wintercamping daher sehr gut geeignet.

Soweit so gut. Das ist aber nur eine Seite der Medaille, du fragst dich sicher:

Welche Hunderassen haben es beim Wintercamping im Umgang mit Schnee und Kälte besonders schwer?

Generell schwer haben es Hunderassen, die besonders kurzes Fell oder sogar gar kein Fell haben. Weniger Fell bedeutet weniger Schutz vor Kälte und Schnee.

Beispiele für Hunderassen, die es bei Eis und Kälte schwerer haben:

  • Chihuahua
  • Französische Bulldogge
  • Greyhound
Aber nicht nur die Hunderasse, auch wie sich dein Hund in der Kälte verhält, gibt dir wichtige Rückschlüsse für das bevorstehende Wintercamping mit deinem Vierbeiner.

Hat es in der Vergangenheit schon Anzeichen gegeben, dass dein Hund die Kälte oder den Schnee lieber meidet?

Vielleicht hast du bemerkt, dass er heimischen Schnee für ein paar Minuten toll findet, sich dann aber lieber wieder vor den warmen Kamin legt?

Campingurlaube im Winter macht man mit solchen Hunden besser in warmen, südlichen Ländern. So vermeidest du Frust und gleichzeitig gefährliche Unterkühlungen bei deiner Fellnase!

2. Wie kalt ist bereits zu kalt fürs Wintercamping mit Vierbeinern?

Das hängt größtenteils von der Hunderasse ab. Allerdings sind Temperaturen unterhalb von -5 Grad Celsius bereits kritisch für längere Aktivitäten im Freien. Sind es weniger als -10 Grad Celsius, kann es lebensbedrohlich werden.

Folgende Tabelle basiert auf den Daten und Erhebungen der Tufts Animal Condition and Care (TACC) und gibt eine grobe Richtung vor, ab wann Vorsicht geboten ist.

Bist du mit deinem Gesamtergebnis „im grünen Bereich“, ergibt sich also ein Wert von 1 oder 2, sind Outdoor-Aktivitäten auch über längere Zeit kein Problem. Beachte auch die Modifikatoren unterhalb der Tabelle.

°Ckleiner Hundmittelgroßer Hundgroßer Hund
15111
12111
10211
7221
4332
1333
-1333
-4443
-6543
-9544
-12555
-15555
-17555

Einflussfaktoren und die Änderung der Tabellenwerte:

  • Nasses Wetter: +2
  • Schutzkleidung: -1
  • Nordische Hunderasse: -1
  • Hund ist an Kälte gewöhnt: -1

Gesamtwerte und deren Bedeutung:

  • Gesamtwert 1: Kein Anzeichen von Gefahr oder Risiko durch Kälte für das Tier. Habt Spaß im Freien, so viel ihr wollt!
  • Gesamtwert 2: Kälterisiko unwahrscheinlich, weiterhin viel Spaß! Beobachte aber das Verhalten deines Hundes, um auf Nummer sicher zu gehen.
  • Gesamtwert 3: Abhängig von der Rasse kann es eventuell gefährlich werden. Behalte dein Tier im Freien genau im Blick.
  • Gesamtwert 4: Gefährliche Wetterverhältnisse, lass Vorsicht walten und begrenze die Outdoor-Aktivitäten. 
  • Gesamtwert 5+: Potenziell lebensbedrohliche Kälte! Reduziere Aktivitäten im Freien auf ein Minimum. Begrenze sie, wenn möglich, auf wenige Minuten.

Wie liest du die Tabelle? Ein praktisches Beispiel:

Dein Dackel gehört nicht zu den nordischen Hunderassen. Da du seit Jahren in den Schweizer Alpen wohnst, ist er aber an Kälte gewöhnt (-1). Dummerweise hast du seine Schutzkleidung bei einem Spontanausflug nicht dabei, zudem findest du Schnee-Matsch auf dem Campingplatz vor (+2). Durch die Einflussfaktoren (+2-1) modifizierst du die Tabelle um +1.

Es sind 4 Grad Celsius vor Ort, der Schnee taut langsam. Da dein Dackel nicht zu den großen Hundearten gehört, liest du den Wert 3 aus der Tabelle ab. Modifiziert um +1 ergibt sich ein bereits kritischer Wert von 4.

Insgesamt solltest du bei einem Gesamtwert von 4 Vorsicht walten lassen, es könnte bei zu langen Aufenthalten im Freien gefährlich werden!

3. So hältst du deinen Vierbeiner warm

Gerade beim Zelten im Winter solltest du darauf achtgeben, dass dein Hund nicht friert. Auch Hunde können eine Erkältung bekommen oder empfindlich unterkühlen.

Achte besonders auf folgende Punkte, damit du deinen Vierbeiner warm hältst:

  • Verwende stets eine wärmende Isolierschicht auf kalten Böden (vor allem im Zelt!).
  • Gib deinem Tier mehr Futter, wenn es draußen kalt wird. Das gibt zusätzliche Energie.
  • Achte auf typische Warnzeichen, dass Bello friert (Wimmern, Bibbern, ungewöhnliche Trägheit, starke Unruhe).
Diese und weitere Ratschläge haben wir dir bereits an anderer Stelle ausführlicher vorgestellt. Wenn du noch mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, schau mal bei unseren Tipps vorbei, wie du deinen Hund beim Campen warm halten kannst.
hund im schnee mit schal

4. So erkennst du Bello in der Dunkelheit leichter

Beim Wintercamping wird es viel früher dunkel. Daher passiert es häufiger mal, dass der Spaziergang oder das Gassi gehen mit Fiffi in der Dunkelheit absolviert werden muss.

Eigentlich nicht tragisch – was aber, wenn du deinen Hund doch mal aus den Augen verlierst? Das kann je nach Situation schlimme Folgen mit sich führen! 

Gerade wenn irgendwo Autos unterwegs sind und der Vierbeiner im Dunkeln plötzlich auf die Straße läuft, kann es lebensbedrohlich werden.

Sicherheit geht auch beim Wintercamping mit Hund vor, weswegen wir in unserem Beitrag zum besten Campingzubehör für Hunde bereits einen genialen Helfer vorgestellt haben: das LED-Licht von Ruffwear.

Das smarte Gadget gibt es bei Amazon in drei Farben. Praktisch vor allem dann, wenn gleich mehrere Hunde mit dir unterwegs sind. So kannst du jedem Vierbeiner eine bestimmte Farbe zuordnen und sie leicht im Dunkeln erkennen.

5. Trinkwasser darf nicht einfrieren

Eigentlich klar, dass die Trinkwasserquelle nicht einfrieren sollte. Du solltest für Spaziergänge im Winter stets darauf achten, dass das Tier jederzeit Zugang zu Trinkwasser hat.

Beim Zelten im Winter muss man darauf tatsächlich acht geben: 

Eine der ersten Dinge morgens früh sollte die Überprüfung der Trinkwasser-Vorräte sein. Erkennst du Eisklümpchen in den Wasserflaschen, solltest du das Wasser über dem Gaskocher erwärmen, bevor du es in den Wassernapf schüttest.

Darf mein Hund Schnee fressen?

Mit einem Zugang zu Trinkwasser meinen wir übrigens nicht Schnee! Schnee solltest du nach Möglichkeit nicht „verfüttern“ – im Gegenteil: Achte darauf, dass der Hund nicht größere Schneemengen frisst.

Warum sollte mein Hund keinen Schnee fressen? Eine Handvoll Schnee ist für deinen Hund noch nicht gefährlich. Allerdings kann Schnee oder Eis in größeren Mengen zu Magenschleimhaut-Entzündungen oder Durchfall führen. Das gilt vorwiegend für verunreinigten Schnee, in dem sich Streusalz oder Schmutz befindet.

Biete deinem vierbeinigen Freund daher stets lauwarmes Wasser an, dadurch reduzierst du den „Appetit“ auf Schnee deutlich. Eventuell musst du ihm das Schnee-Fressen bewusst abgewöhnen, sollte das häufiger passieren.

6. Halte deinen Hund stets trocken - vor allem nachts

Ganz wichtige Gegenstände fürs Camping im Winter mit Hunden sind Handtücher und Bürste. Spaziergänge im Matsch, Herumtollen im Schnee oder Schwimmen im See – viele Aktivitäten hinterlassen ein feuchtes Fell.

Ohne Hilfsmittel dauert es eine ganze Weile, bis Bello wieder trocken ist und damit der Kälte besser trotzen kann.

Bürstest du deinen Vierbeiner kräftig und rubbelst ihn mit Handtüchern trocken, verhinderst du Unterkühlungen

Deine Fellnase wärmt sich schneller auf und du hast du den Vorteil, dass weniger Hundehaare ins Zelt oder WoMo gelangen.

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Selbst ein kälteunempfindlicher Chow-Chow kann mal frieren, wenn sich Kälte und Nässe über längere Zeit ergänzen.

7. Zusätzliche Kleidung, Handtücher und Unterlagen

Die goldene Regel beim Wintercamping: Je mehr Unterlagen, Textilien und Handtücher du mitnimmst, desto besser vorbereitet bist du für alle denkbaren Fälle.

Klar, das kostet ein wenig mehr Platz im Caravan, erleichtert dir aber den Alltag erheblich:

  • Mehr Unterlagen bedeuten mehr Schutz vor Kälte, gerade bei Zeltböden ist das von Bedeutung. Auch bei schlechter Isolation älterer Camper solltest du vorsorgen.
  • Wird der erste Hundemantel oder Schlafsack feucht, tauschst du ihn aus und trocknest ihn. Das Ersatz-Equipment verhindert so, dass das Fell feucht und damit kalt wird.
  • Handtücher und Decken helfen gegen unvorhersehbare Ereignisse. Ist das Zelt plötzlich undicht, hast du wenigstens Ersatz für solche Notfälle dabei.

8. Kennt dein Hund ein Lagerfeuer?

Nicht jeder Hund ist offenes Feuer gewöhnt. Hast du also vor, ein Lagerfeuer in der kalten Jahreszeit zu entzünden, solltest du Bello vor der Reise an Feuerstellen gewöhnen.

Dafür gibt es genügend öffentliche Events oder Festlichkeiten, zu denen ein Feuer entzündet wird (Osterfeuer, Mittelalter-Märkte, Feuerstellen auf Festivals usw.). 

Nimm deine Fellnase zu solchen Gelegenheiten mit und beobachte und überwache ihn genau.

Damit nichts schiefgeht, haben wir für dich eine Anleitung zum Entzünden von Lagerfeuern erstellt.

9. So schützt du Hundepfoten im Winter

Eine der Gefahren beim Camping ist für Hunde der Untergrund. Das haben wir bereits in unserem Ratgeber zu den ernsten Gefahren für Hunde im Urlaub näher beleuchtet.

Der erste Übeltäter kann der Campingplatz selbst sein, der vielleicht nicht zu den hundefreundlichen Plätzen gehört: 

Hat sich der Besitzer keine allzu großen Gedanken über vierbeinige Besucher gemacht, spiegelt sich das zum Beispiel an der Art des Campingplatz-Bodens wider. Überall harter Kies statt weichen Grasböden sind für Bello schmerzhaft an den Pfoten und bedeuten eine größere Verletzungsgefahr.

Solange im Winter kein weicher Tiefschnee auf dem Campingplatz liegt, solltest du also auch zu der kalten Jahreszeit allein wegen des Untergrunds auf hundefreundliche Plätze setzen.

Glasscherben, Dornen oder Splitter sind zudem nicht nur im Sommer problematisch. Hinzu kommt die Gefahr durch Streusalz.

Die Lösung: 

Robuste Hundeschuhe wie diese von Royalcare beugen solchen Verletzungen und Gefahren effektiv vor. Außerdem bieten sie einen Schutz vor Kälte und Nässe.

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10. Mehr Hundehaare im Camper beim Fellwechsel einplanen

Legt Bello sein Winterkleid im Herbst an, kannst du mit vermehrter Haarpracht auf dem Boden rechnen. Jedes mal, wenn Hunde ihren Fellwechsel vollziehen, haaren sie vermehrt.

Das passiert in Zyklen von etwa 6-8 Wochen im Jahr, in denen die Haare wachsen.

Das solltest du grundsätzlich einplanen, wenn du den Ausflug mit deinem Vierbeiner im Herbst machen möchtest.

Auch die Frage, wie viel ein Hund haart, ist abhängig von der Hunderasse. Aber auch Alter oder der Hormonstatus spielen hier eine Rolle. Ältere haaren vermehrt, kastrierte mehr als unkastrierte Tiere.

Wie schon erwähnt, lassen sich Hundehaare im Camper oder Zelt reduzieren, indem du deinen Vierbeiner regelmäßig gründlich bürstest und mit einem Handtuch abtrocknest. So bleiben die Haare draußen.

11. Auch im Winter braucht Bello ausreichend Bewegung

Es spielt leider überhaupt keine Rolle, wie das Wetter draußen ist. Ob Regen, Schnee, Sonne oder Herbststurm – dein Hund braucht genügend Auslauf und Bewegung im Freien.

Dass das für dich als Frauchen oder Herrchen nicht immer ganz so erfreulich ist, ist nicht zu ändern. Vielleicht willst du gerade beim Camping einfach mal entspannen und nicht bei -5 Grad Gassi gehen.

Jedoch solltest du bedenken, dass dein Tier gerade beim Wintercamping weniger ausgelastet sein wird als bei sommerlichen Temperaturen, bei denen du vielleicht vermehrt mit ihm an der frischen Luft bist.

Dein Hund hat weniger Bewegungsfreiraum im Wohnmobil oder Wohnwagen. Weniger Bewegung ist er nicht so gewöhnt. 

Damit daraus kein ernsterer Bewegungsmangel wird, solltest du die Zähne zusammen beißen und dich auf die anschließende Wärme durch die Heizung oder den Partner freuen.

12. Passende Wohnmobile und Caravans fürs Wintercamping mit Hund

Unser letzter Tipp an dich besteht darin, dich intensiv mit dem passenden Reisemobil auseinanderzusetzen, solltest du ein Miet-WoMo in Betracht ziehen.

Gerade mit Hund macht man sich nur das Leben schwer, wenn der vierbeinige Freund bei der Reisemobil-Vermietung verschwiegen wird. Da viele Vermieter von Hundehaaren wenig begeistert sind, kann es zu Streitigkeiten und Mehrkosten kommen.

Informiere dich daher genau, welche Vermieter Hunde akzeptieren.

Einfachste Lösung sind spezielle Wohnmobile für Hundebesitzer. Diese sind besonders hundefreundlich, durch clevere Aufbauten etwa. Ein gutes Beispiel ist waumobil.

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Wir sind bei Regen & Wind für dich auf dem Campingplatz unterwegs und recherchieren oft im Schein der Schreibtischlampe bis tief in die Nacht.

Willst du uns dabei unterstützen? Dann kannst du uns mit einer kleinen Spende zu einer heißen Tasse Kaffee einladen. Das wärmt uns auf und hilft uns beim wach bleiben – so können wir in Zukunft noch besser für dich da sein!

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!