Feuchtigkeit im Wohnmobil vermeiden: 7 Tipps

Wasser im Wohnmobil - Frischwasser aus einer Außendusche

Kondenswasser auf Polstern oder nasse Fenster im Wohnwagen – jeder Camper kennt das häufig anzutreffende Problem der Feuchtigkeit im Wohnmobil.

Schimmel oder Pilzbefall greifen nicht nur das Innenleben deines Campers an, sondern am Ende sogar die Gesundheit. 

Stellst du Feuchtigkeit im Wohnwagen oder Wohnmobil fest, solltest du daher mit unseren Tipps möglichst früh die Schimmelbildung verhindern und der Ursache auf den Grund gehen.

Inhaltsverzeichnis

1. Feuchtigkeit und Nässe an den Scheiben entfernen

Falls du öfter mal Feuchtigkeit an der Innenseite der Fenster im Wohnmobil entdeckst, ist das in der Regel Kondenswasser (auch Schwitzwasser oder Tauwasser genannt).

Dabei trifft die warme und feuchte Luft im Wohnmobil auf die kalte Scheibe, sodass sich dort Kondenswasser bilden kann.

Das Kondenswasser solltest du zeitnah beseitigen. Dafür eignet sich ein Mikrofasertuch.

Wir empfehlen zur Vorbeugung von Kondenswasser, die Wohnmobilfenster morgens und bei Bedarf tagsüber zu wischen. 

Anschließend solltest du die Tücher außerhalb des Campers trocknen oder bei Einwegtüchern draußen im Müllbehälter entsorgen.

Tipp: Feuchtigkeit und Nässe sind häufige Ursachen für Gerüche im Camper, aber nicht die alleinige Ursache. Lies auch unseren Ratgeber zu Gerüchen im Wohnmobil

2. Luftfeuchtigkeit im Wohnmobil durch regelmäßiges Lüften reduzieren

Der beste Tipp unserer heutigen Liste mag banal klingen: Regelmäßiges Stoß- und Querlüften beugt der Bildung hoher Luftfeuchtigkeit im Wohnmobil effektiv vor.

Daher ist es unerlässlich, das Fahrzeug möglichst alle paar Stunden für 10 bis 15 Minuten so zu lüften, dass im Idealfall alle Fenster und Türen vollständig geöffnet sind.

Dies ermöglicht eine exzellente Luftzirkulation, die das eingebaute Belüftungssystem im Fahrzeug unterstützen kann.

Wie hoch die Luftfeuchtigkeit sein kann, ist auch abhängig von der Konstruktion des Fahrzeugs. Allerdings sind bereits 70 Prozent relative Luftfeuchte deutlich zu hoch – es kann zu Schimmelbildung kommen. Peile stattdessen 40 bis 50 Prozent relative Feuchte an.

Hier hilft am besten ein Hygrometer, das die relative Luftfeuchtigkeit im Camper misst. So behältst du den Überblick. Wir empfehlen ein Hygrometer mit Temperaturanzeige.

Ein spätes, aber klares Warnzeichen für die Notwendigkeit des Lüftens: Wenn die Wohnwagenfenster von innen nass werden, muss gelüftet werden!

3. Heizen nach dem Lüften

Nach dem Stoßlüften empfehlen wir, den Innenraum des Campers zu heizen – das gilt zumindest für die Heizperiode.

Dies ermöglicht der dann wärmer werdenden Luft, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen.

Allgemein gilt: Je höher die Luftfeuchtigkeit und je niedriger die Temperatur im Camper, desto größer ist auch die Gefahr von Schimmelbildung.

Wie hoch die Luftfeuchtigkeit sein kann, ist auch abhängig von der Konstruktion des Fahrzeugs. Eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent ist ein allgemein guter Wert. Darüber hinaus sind Innenraum-Temperaturen von mindestens 16 bis 18 Grad empfehlenswert.

4. Nasse Kleidung und Schuhe draußen lassen

Der Urlaubstag war großartig, aber zuletzt setzt dann doch ein Starkregen ein, der dich überrascht hat. Klingt erstmal harmlos.

Doch was passiert nun mit den nassen Klamotten und Schuhen?

So verlockend das Trocknen der nassen Kleidung in der Nasszelle klingen mag – das ist keine gute Idee. In aller Regel entsteht zu viel Feuchtigkeit auf einmal.

Besser ist es dagegen, die nassen Sachen unter der Markise trocknen zu lassen. Auch Schuhwerk und nasse Fußmatten bilden da keine Ausnahme.

Tipp: Ein Trockenkarussell mit Aufhängung wie dieses ermöglicht dir das Aufhängen der Wäsche an allen möglichen Orten.

5. Luftzirkulation durch gute Unterlagen

Über den Sinn einer guten Matratze haben wir bereits in unserem Ratgeber zu Schlafproblemen im Wohnmobil berichtet.

Neben einer guten Matratze solltest du auch an der Matratzen-Unterlage nicht sparen.

Der Grund dafür: Ohne Unterlage kann die Feuchtigkeit der Matratze nicht entweichen.

Eine gute Matratzen-Unterlage wie diese Matnext Airflow kann als atmungsaktive Unterlage einen Luftraum zwischen Matratze und Untergrund schaffen, sodass dort die Luft gut zirkulieren kann.

6. Wähle einen trockenen Stellplatz

Nicht unbedingt auf den Campingreisen, aber wenigstens außerhalb der Saison und in der Winterpause sollte der Camper auf einem trockenen Stellplatz vor Staunässe geschützt werden.

Allgemein gilt: Wer das Fahrzeug längere Zeit nicht benötigt, wählt am besten einen überdachten, trockenen Stellplatz. 

Gut geeignete, trockene Stellplätze für dein Wohnmobil sind Carports, Garagen oder Mietplätze auf lokalen Bauernhöfen in Scheunen oder Stallungen.

Achte vor der Überwinterung unbedingt auf eine ausreichend gute Isolierung deines Campers und beachte das lokale Klima.

Räume vor der Überwinterung sämtliche Matratzen, Polster und lose Teppiche aus dem Camper, damit diese keine Feuchtigkeit aufnehmen und Stockflecken bilden.

Außerdem solltest du sämtliche Türen und Schränke öffnen, damit sich auch dort keine Feuchtigkeit sammelt. Lüftungsschlitze sollten zudem frei bleiben.

7. Luftentfeuchter helfen (situativ)

tragbarer luftentfeuchter

Wer den Wohnwagen oder das Wohnmobil per Luftentfeuchter vor Nässe bewahren will – zum Beispiel, weil regelmäßiges Lüften nur begrenzt möglich ist – kann zunächst die klassische Behandlung mit Entfeuchtern auf Salzbasis ausprobieren.

Diese Luftentfeuchter benötigen keinen Strom, wir können sie also auch beim Freistehen mit dem Wohnmobil abseits der Zivilisation nutzen.

Einerseits spart das Energie- und Anschaffungskosten. Andererseits haben wir weniger Stress mit Wartung und Kontrollen, die aufgrund einer minimalen Brandgefahr bei elektrischen Luftentfeuchtern nötig werden können.

Sparfüchse greifen zu improvisierten Luftentfeuchtern in Form von Katzenstreu. Dieses müssen wir allerdings sehr regelmäßig austauschen, da die Aufnahme von Flüssigkeit durch Katzenstreu äußerst begrenzt ist. Langfristig entstehen so einige Kosten.

Adsorptionstrockner wie dieser sind besonders für niedrige Raumtemperaturen und den Winter empfehlenswert. Andere elektrische Entfeuchter sind nur bei höheren Temperaturen sinnvoll.

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Thorsten Gründges

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!