16 smarte Wildcamping Tipps: Frei stehen mit Wohnmobil

Freistehen mit Wohnmobil im Wald

Das grenzenlose Gefühl von Freiheit, ein fantastischer Ausblick auf wunderschöne Landschaften und der eigene Camper parkt mitten in der Wildnis – so stellt man sich frei stehen mit dem Wohnmobil vor. 

Zumindest war das bei uns so. 

Wir haben schon über Regeln bezüglich des Parkens mit dem Wohnmobil und Abstellen des Wohnwagens allgemein berichtet. Heute stellen wir dir einige Tipps vor, die sich ausschließlich aufs Freistehen mit dem Camper beziehen.

Denn frei stehen mit dem WoMo ist ohne Zweifel erlebenswert – aber mit ein paar Regeln, Verhaltensweisen und Risiken verbunden, die du kennen solltest.

So trivial dieser Tipp klingen mag – unsere Erfahrung zeigt, dass nicht jeder Camper die Regeln in seinem Reiseland bezüglich Wildcamping mit Wohnmobilen kennt.

Für das Freistehen in Deutschland gilt: 

Du darfst bis zu zehn Stunden im Fahrzeug übernachten, um deine Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen – sofern es sich nicht um Privatgelände handelt oder ein Parkverbot ausgewiesen ist. Mehr Informationen dazu findest du in unserem Beitrag zum Parken mit dem Wohnmobil.

Wer einen Überblick über die Gesetzeslage zum Wildcampen in Europa sucht, sollte mal bei diesem Beitrag vorbeischauen. 

Außerdem ist es zumindest für Reisende in Deutschland hilfreich, mal einen Blick in den Bußgeldkatalog zum Wildcampen zu werfen, um sich über mögliche Bußgelder hierzulande zu informieren.

Grundsätzlich solltest du wissen, dass diese Regelungen nicht nur international unterschiedlich sind.

Stattdessen gibt es in vielen Ländern Regelungen für einzelne Gemeinden, Regionen oder sogar bestimmte Tages- und Jahreszeiten.

Unser Tipp lautet daher: 

Besorge dir so viele Informationen über die Gesetzeslage zum Wildcampen in deinem Reiseland wie möglich, bevor die Reise überhaupt losgeht. Hier helfen Tourismusverbände und der ADAC weiter.

Das ist essenziell, damit du möglichen Ärger und Bußgelder vermeiden kannst.

Besuchst du verschiedene Regionen innerhalb dieses Landes, solltest du im besten Fall auch regionale Unterschiede kennen. Dasselbe gilt für saisonale Abweichungen.

Diese rechtliche Recherche ist unserer Erfahrung nach am heimischen Schreibtisch deutlich schneller und effizienter erledigt als unterwegs. Die Recherche am Desktop-PC funktioniert bei mir allein schon wegen der schnellen Internetverbindung besser. Unterwegs ist die Verbindung oft nicht ideal, außerdem klappt das Browsen mit Maus und Tastatur zu Hause einfach schneller als im Wohnmobil.

2. Beim Freistehen entscheidet (auch) die Wahl des Wohnmobils über eine ruhige Nacht

Ob du nächtlichen Besuch eines Ordnungshüters oft, selten oder fast nie erwarten musst, hängt von vielen Faktoren ab. 

Normalerweise sollte es dein Ziel sein, möglichst unauffällig frei zu stehen.

Natürlich spielt der Standort eine große Rolle, oder ob Campingstühle vorm Fahrzeug stehen und es deswegen nach Wildcamping aussieht.

Wichtig ist aber auch die Wahl des Urlaubsfahrzeugs. Weißt du schon genau, dass es ein gemietetes Fahrzeug werden wird? Dann sind Vermieter interessant, die ihr Fahrzeug in Eigenregie gebaut haben!

Indizien wie Seitenfenster oder die Markise lassen selbst kleinere Kompaktcamper auffälliger wirken.

Zum Beispiel macht es einen sehr großen Unterschied, ob du ein Alkovenmobil in der Standard-Weiß-Lackierung parkst oder ob es ein dunkler Kastenwagen ist, den man nicht gleich als Camper erkennen kann

Auch andere Merkmale, etwa fehlende Seitenfenster oder ein eher unauffälliger Dachaufbau (Solaranlage, Dachluke), sind von Vorteil um nicht als Camper aufzufallen.

Je nachdem, wo das freie Stehen angepeilt wird, kann ein solch unauffälliger Camper schnell mit einem gewerblichen Fahrzeug verwechselt werden – vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Das kann uns natürlich nur recht sein – vor allem in Ländern, in denen Freistehen grenzwertig ist.

Solch ein vollintegriertes Wohnmobil ist nicht gerade unauffällig. Es fällt selbst in der Dunkelheit schnell als Camper auf.

3. Stellplatz-Apps zum Austausch mit anderen Campern

Doch zur Urlaubsplanung gehört noch mehr. 

Wer das Freistehen liebt, sollte wenigstens eine ungefähre Vorstellung der Reiseroute und den möglichen Übernachtungsorten haben. 

Dafür bestens geeignet sind Stellplatz-Apps. Vor allem solche, die über mächtige Filter verfügen und die den Austausch mit anderen Campern ermöglichen. 

Nicht jede App verfügt beispielsweise über eine eingebaute Möglichkeit, sich mit anderen Menschen in der Nähe kurzzuschließen oder gar eine private Nachricht abzusetzen.

Gerade solche persönlichen Erfahrungen mit Parkmöglichkeiten abseits der überfüllten Camping- und Stellplätze sind aber für Freisteher ganz besonders interessant.

Wir haben vor einiger Zeit eine Liste mit den für uns wichtigsten Stellplatz-Apps herausgebracht. Schau dort mal vorbei, wenn du bisher wenig Erfahrung mit Stellplatz-Apps hast oder gerade den Urlaub mit einer App planen willst.

Eine App dieser Liste ist fürs Freistehen mit dem Wohnmobil ganz besonders interessant: park4night ist eine der beliebtesten Apps fürs Wildcamping. Hier findest du nicht nur kostenpflichtige, sondern auch kostenlose Stellplätze. Darunter sind viele Geheimtipps, teilweise in der Natur.

Entgegen der anderen Apps unserer Liste basiert park4night ausschließlich auf Nutzerdaten. Nutzer können in der App Bewertungen abgeben, Fotos und Kommentare hochladen und neue Plätze mit sinnvollen Filtern fürs Freistehen belegen. Zum Beispiel gibt es Filter wie „Off road 4×4“ oder „Auf dem Bauernhof“. 

4. Nutze Facebook-Gruppen, Travel-Blogs und YouTube für Empfehlungen rund ums Freistehen

YouTube-Kanäle rund ums Thema Stell- und Campingplätze sind zurzeit sehr beliebt.

Wer zum Beispiel ausführliche Stellplatz-Vorstellungen vorzieht, der sollte mal den Kanal von Hartmut Conrad besuchen. Du findest hier Informationen zu den Ausstattungen der Stellplätze, Kostenangaben, Öffnungszeiten und häufig auch Betreiber-Interviews. Zudem gibt Hartmut oft einen Überblick zur Umgebung, stellt kulturelle Besonderheiten vor und gibt Ausflug-Tipps, die auch für viele Freisteher interessant sein können.

Ein direkter Austausch mit anderen Freistehern ist heutzutage kein Problem mehr. Wer den Standort-Austausch zu interessanten Wildcamping-Orten bevorzugt, möglichst mit genauen GPS-Koordinaten, ist bei Facebook gut aufgehoben.

Eine größere Facebook-Gruppe zum Thema Freistehen mit dem Wohnmobil heißt FreiCamper. Diese Gruppe zählt zurzeit etwa 21.000 Mitglieder.

Auch Travel-Blogger geben oft detailliert Auskunft über ihre Reiserouten und (geheimen) Stellplätze. Und das meist abseits der Tourismus-überfüllten Orte, in denen spätestens seit Corona „Kuschel-Camping“ angesagt ist. Nicht selten findest du auch hier genaue GPS-Koordinaten mit empfehlenswerten Orten fürs freie Stehen.

Freistehen mit dem Wohnmobil: Austausch von Geheimplätzen ist nicht immer gern gesehen

Je nach Plattform solltest du dich durchaus darauf gefasst machen, Gegenwind zu bekommen. Wer beispielsweise nach GPS-Koordinaten fragt, ist nicht überall gern gesehener Besucher – das Thema Freistehen ist durchaus ein zweischneidiges Schwert und führt häufig zu kontroversen Ansichten.

Einerseits wollen wir die typischen, romantisierenden Instagram-Bilder von Van-Lifern, die an ihrem Camper vor Traumkulissen posieren, selbst erleben.

Romantisches Wildcampen inmitten der Natur. Solche Geheimplätze werden in sozialen Medien nicht immer gern geteilt.

Andererseits wissen wir alle: 

Wer geheime Standorte teilt, sorgt auf mittlere Sicht dafür, dass diese Geheimorte bald jeder kennt – und das in einer rasant wachsenden Community von Camper-hungrigen jungen Erwachsenen. 

Vor allem seit Corona hat sich Vieles geändert – auch die Art zu reisen. Camping wird immer beliebter, noch mehr denn je zuvor.

Es geht dabei nicht nur darum, die Plätze geheim zu halten, um seine Ruhe vor Nachbarn zu haben. 

Die berechtigte Angst ist vielmehr, dass durch die rasant wachsenden Zahlen an Freistehern auch die Fälle von Beschwerden oder Bußgeldern zunehmen werden. Nicht unbedingt relativ gesehen, aber die absoluten Zahlen werden vermutlich eher steigen.

Wenn sich das Bild von Campern in der Öffentlichkeit aber verändert, könnte das auf längere Sicht zu Gesetzesänderungen in diversen Ländern führen. Vielleicht wird Freistehen mit dem Camper in Europa irgendwann gänzlich verboten sein.

5. Google Maps erleichtert Freistehen mit dem Wohnmobil

Neben einer soliden Stellplatz-App ist fürs Freistehen Google Maps fast schon Pflichtprogramm.

Nicht allein wegen der Tatsache, dass Google seine App über die Jahre immer mehr verfeinert hat, ist Google Maps Alltag geworden. Es sind zahlreiche Features hinzugekommen, die Routenplanung ist besser denn je und vor allem nutzerfreundlicher als früher.

Wer frei steht, will meist Zeit und Nerven sparen. Dafür bietet sich etwa die dreidimensionale Ansicht der Umgebung an. 

Auch die Zoomfunktion hilft bei der Planung des Freistehorts enorm weiter. Offroad-Plätze können so schnell verworfen oder eben in die engere Wahl genommen werden.

Einmal in der Nähe des Zielorts angekommen, hilft oft ein Blick auf diverse Parkmöglichkeiten aus der Vogelperspektive, um Klarheit zu schaffen.

Die Satelliten-Funktion von Google Maps hilft etwa dabei, Lichtungen im Wald, Parkmöglichkeiten außerhalb der Ortschaft, Sehenswürdigkeiten mit Parkplätzen oder wenig befahrene Straßen zu identifizieren.

Eine ganze Sammlung an kostenlosen und kostenpflichtigen Stellplätzen in Deutschland findest du auf der Google Maps Stellplatzkarte.

6. Lerne die Umgebung bei Tageslicht kennen

Dieser Tipp für Freisteher ist nicht immer umsetzbar. Trotzdem solltest du nach Möglichkeit versuchen, dein Wohnmobil nicht erst bei tiefschwarzer Nacht abzustellen.

Bei Tageslicht läufst du nicht so schnell Gefahr, Schilder zu übersehen, die ein Parkverbot oder Privatgrundstück kennzeichnen.

Die Unkenntnis der tatsächlichen Umgebung (abseits der Apps und Karten) kann außerdem gefährlich werden.

Oft kommen wir viel zu spät bei Einbruch der Nacht an einem vermeintlich guten Ort fürs Freistehen an. Dabei stellen wir fest, dass in unmittelbarer Nähe einige Nachtclubs und Discos sind. Alkoholisierte, vielleicht sogar randalierende Menschen können das Übernachten mindestens unangenehm machen.

Auch der einsame Waldweg muss nicht zwangsläufig sicher sein. Besser ist es in jedem Fall, die Umgebung vor Einbruch der Dunkelheit kurz per Fuß zu erkunden. Damit sollten bösen Überraschungen auf ein Minimum reduziert werden können.

Schau dir die Details der Umgebung an – dann kannst du abschätzen, ob der Platz geeignet ist oder eben nicht. 

Liegen Zigarettenkippen überall verteilt herum? Siehst du ungewöhnlich viele leere Alkohol-Flaschen? Findest du Müll bekannter Fastfood-Ketten? 

All diese Dinge können auf einen beliebten Treff für Jugendliche und andere Mitmenschen hindeuten, die möglicherweise nachts an diesem Ort feiern.

Die allgemeine Empfehlung, sich beim Freistehen unsichtbar zu machen, ist dagegen auch nur schwer umsetzbar. 

Natürlich, wenn wir die Wahl haben, nehmen wir einen Platz weitab vom Schuss. Da wo man niemanden erwarten würde, sind Polizeikontrollen – aber auch Überfälle – die absolute Ausnahme.

Problematisch sind dagegen beispielsweise Parkbuchten, die von Straßen gut einsehbar sind. Hier sind Kontrollen häufiger zu erwarten. Auch Einbrüche und Überfälle sind an solchen Standorten in Straßennähe zahlreicher. Die Täter bevorzugen Orte, an denen sie blitzschnell zuschlagen und wieder flüchten können.

Vermeiden solltest du unbedingt Plätze, in denen du zwar abseits frei stehst, aber nicht ohne weiteres flüchten kannst:

Deine Priorität sollten Abstellorte sein, bei denen dein WoMo möglichst mit der Front zur Ausfahrt parkt oder so frei steht, dass nirgends ein Hindernis die rasche Abfahrt behindert. Dein Wohnmobil sollte möglichst in Fluchtrichtung parken!

7. Halte dich stets startbereit

Auch wegen unseres letzten Tipps zur Sicherheit gehört dieser Ratschlag eigentlich zum Standard-Verhalten eines jeden Freistehers: Halte dich immer abfahrbereit!

Der denkbar schlimmste Fall, dass jemand dein Wohnmobil aufbrechen will, während du schläfst, ist sicherlich selten. 

Trotzdem kommt es vor. 

In solchen Extremsituationen ist nicht nur der Standort wichtig – etwa wegen einer guten Fluchtmöglichkeit (siehe Tipp Nummer 6). Wird es gefährlich, haben Mobile mit direktem Zugang zum Fahrerhaus Vorteile, um schnell zu entkommen.

Es geht aber auch darum, möglichst gute Karten bei einer Kontrolle in der Hand zu haben. Wenn es nachts plötzlich an deinem Fenster klopft und sich ein freundlicher Polizist nach dem Zweck deines Aufenthalts erkundigt, sollte es nicht so aussehen, als hättest du bereits den ganzen Tag an diesem Standort verbracht.

Besser ist es, wenn alle Sachen verstaut sind und du jederzeit abfahrbereit bist.

In so einem Fall kannst du in Deutschland die Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit glaubhaft anbringen. Erwähne bei Kontrollen daher, dass du erst vor Kurzem angekommen und zu müde für die Weiterfahrt bist. In aller Regel sollte das ausreichen. Der Ordnungshüter wird vermutlich daran erinnern, dass du, sobald du dich fit genug für die Weiterfahrt fühlst, den Standort zügig zu verlassen hast.

Sieht es dagegen bei Ankunft der Kontrolle nach einem längeren Kampieren deinerseits aus, weil draußen Stühle stehen und die Markise herausgefahren ist, hast du denkbar schlechte Karten.

Die Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist dann nicht glaubhaft. Entdeckt der Beamte gleichzeitig noch liegengelassenen Müll, droht ein Bußgeld.

Daher unser Tipp: 

Packe am besten, bevor du zu müde bist, alles zusammen. Umso schneller kannst du deinen Standort wieder verlassen.

8. Fürs frei stehen besonders interessant: Alarmanlagen und Wohnmobil-Safes

Alarmsysteme

Über die besten Wohnmobil-Alarmanlagen haben wir schon berichtet. Gerade fürs Freistehen sollte über die Anschaffung eines Alarmsystems im Wohnmobil oder Wohnwagen nachgedacht werden.

Für alle, die gern mit ihrem Camper frei stehen wollen, ist die Gefahr oft höher als auf gut gesicherten Campingplätzen.

Im besten Fall kann ein solches System schon präventiv einsetzen, indem beispielsweise Bewegungen außen vor dem Fahrzeug registriert werden. Noch bevor der Einbruchversuch überhaupt beginnen kann, wird der Alarm der Anlage ausgelöst und dient damit der wirksamen Abschreckung.

Gerade, wenn du doch mal einen zweifelhaften Platz zum Freistehen gefunden hast, bist du im Ernstfall über solch eine Alarmanlage froh.

Klar sollte auch sein, dass du deinen Camper stets abschließt und mit der Wegfahrsperre am Lenkrad sicherst – immer! Selbst, wenn du nur kurz unterwegs bist.

Wenn es möglich ist, nimm alle Wertsachen mit, statt sie für längere Zeit im Reisemobil zu lassen.

Fest installierte Wohnmobil-Safes und TravelSafe Reisetasche

Die wichtigsten Dokumente solltest du stets sicher aufbewahren, das gilt ganz besonders für die Reise im Wohnmobil. Wertsachen offen herumliegen zu lassen, ist ein absolutes No-Go!

Klar – der Diebstahl von Bargeld kann schlimm genug sein.

Wenn aber noch dazu wichtige Papiere und Dokumente gestohlen werden, kann es nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig und mindestens umständlich werden, bis alles ersetzt wurde. 

Daher ist eine Tasche für Dokumente eine gute, organisatorische Lösung – vor allem, wenn sie in einem fest installierten Safe untergebracht ist.

Den Tipp mit einem schnittfesten, mobilen Safe für diverse Kopien der wichtigsten Dokumente (Ausweis, Führerschein, Patientenverfügung usw.) halten wir für besonders interessant. Diese Packtasche kann man problemlos unter dem Sitz oder an einer anderen Stelle am Wohnmobil befestigen, sodass ein schneller Diebstahl absolut ausgeschlossen ist.

Den schnittfesten Beutel kannst du aber auch auf Ausflüge mitnehmen und entsprechend durch Anbinden gegen Diebstahl sichern.

Kleiner Extra-Tipp: Wertsachen und Dokumente im Wohnmobil kannst du je nach Fahrzeug hinter Verkleidungen und in Hohlräumen verstecken. 

Falls doch mal eines der Verstecke entdeckt wird, sollten die wichtigsten Sachen im besten Fall auf mehrere Verstecke aufgeteilt werden.

9. Hinterlasse den Platz stets sauber

Klar dürfte uns allen sein: Der erste Eindruck zählt. Hinterlassen Wildcamper Müll, etwa weil illegal kampiert wird, schädigt das unsere gesamte Szene.

Sieht ein verärgerter Anwohner neben einem Wohnmobil liegengelassenen Müll, der offensichtlich dem Besitzer des Fahrzeugs zugeordnet werden kann, sieht es schlecht aus.

In diesem Fall sollte man zurecht mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen, wenn die Polizei auftaucht – vor allem, wenn andere Delikte hinzukommen, zum Beispiel illegales Lagerfeuer oder Sachbeschädigung.

Wir machen es stets so, dass wir unseren eigens produzierten Müll wieder mitnehmen. Sollten wir zufällig auf den Müll anderer Camper-Nachbarn stoßen, nehmen wir auch diesen mit. Schließlich sind wir ja unterwegs, um die Natur genießen zu können – und nicht um diese mit Müll zu verunreinigen.

Damit Lebensmittel keine Wildtiere anlockt, sollten auch Essensreste nicht außerhalb des eigenen Reisemobils liegengelassen werden.

Wir sehen es so: Je mehr Essensreste und Müll die Städte und Gemeinden auf Camper zurückführen können, desto eher werden diese gezwungen werden, Verbote auszusprechen. Somit wird frei stehen irgendwann nicht mehr möglich sein.

Übrigens – welche Empfehlungen wir in Sachen Mülleimer und Mülltrennung haben, kannst du in unserem Ratgeber zum Müll im Wohnmobil nachlesen.

10. Beim Freistehen möglichst platzsparend parken

Wenn wir einen Platz zum Freistehen gefunden haben, versuchen wir stets, so wenig Platz wie möglich zu belegen. 

Dieser Tipp ist wiederum wichtig, um mögliche Ärgernisse mit anderen Mitmenschen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Sobald du einen Platz gefunden hast, stelle dich am besten nicht so hin, sodass andere Fahrzeuge keine Möglichkeit mehr haben, zu parken oder an deinem Reisemobil vorbeizufahren.

Unser Tipp: Versetze dich, sobald dein Fahrzeug parkt, in mögliche Passanten oder Anwohner hinein. Stört dein Fahrzeug, behindert es möglicherweise sogar?

Wir haben es leider schon häufiger erlebt, dass andere Camper versucht haben, ihren „Geheimplatz“, den sie durch park4night aufgetan haben, für sich zu reservieren. 

Die Idee, sich beim Freistehen möglichst Platz verbrauchend mit dem eigenen Fahrzeug zu stellen, ist nicht neu.

Trotzdem bedingt dies Unmut und kann auch zu einem Platzverweis führen, wenn beispielsweise Anwohner behindert werden. 

Auch bei diesem Gedanken kommt wieder die Langzeitwirkung solcher Verhaltensweisen ins Spiel – verhalten wir uns am besten so vernünftig, dass Städte und Gemeinden (auch in anderen Staaten) keine Notwendigkeit für das Aussprechen von Verboten sehen.

11. Bei ungutem Bauchgefühl sofort den Platz verlassen

Dieser Tipp ist für Neulinge in der Szene nicht ganz so offensichtlich, wie er erscheinen mag. Natürlich geht es bei diesem Tipp vordergründig vor allem um die eigene Sicherheit.

Wer schon mal frei gestanden und dabei ein ganz mieses Bauchgefühl entwickelt hat, fährt in aller Regel sofort weiter. Man will einfach nichts riskieren.

Der zweite Grund für die sofortige Weiterfahrt: Du musst mit einem schlechten oder sogar überhaupt keinem Schlaf rechnen! Wer stets wachsam ist, findet keine Ruhe. 

Die Sicherheit steht für Menschen an oberster Stelle, weswegen es ganz natürlich ist, dass du an so einem Platz mit Schlafproblemen zu kämpfen hast.

Wer will schon kraftlos am anderen Morgen die Weiterfahrt antreten? Immerhin zählt Freistehen für die meisten von uns zur wertvollen Urlaubszeit. Die sollte man möglichst ausgeruht und energiegeladen verbringen können.

Daher unser Tipp für alle Paare oder Familien: Sobald sich auch nur einer der Mitreisenden an dem angepeilten Platz nicht wohlfühlt, fahrt bitte sofort weiter!

Spätestens jetzt wird deutlich, warum wir beim Freistehen möglichst bei Tageslicht am Übernachtungsort ankommen wollen. Es kann immer mal sein, dass wir uns unwohl fühlen und die Weiterfahrt antreten müssen.

12. Vermeide Raststätten

Zwar ist das Übernachten im Wohnmobil auf Autobahnraststätten in Deutschland erlaubt

Allerdings sollten dafür entsprechende Wohnmobil-Parkplätze ausgewiesen sein.

Das Übernachten im Reisemobil ist auf Raststätten oder an Schnellstraßen allerdings nicht empfehlenswert. Diese Orte werden leider viel zu häufig von Diebesbanden frequentiert, die sich auf die Caravan-Branche spezialisiert haben.

Gerade wenn du noch über ein relativ neues Reisemobil verfügst, werten Diebe solche Fahrzeuge häufig als lohnendes Ziel.

Willst du unbedingt dort übernachten, empfehlen wir wenigstens eine von überall gut einsehbare Parkbucht anzupeilen. 

Auch die Beleuchtung sollte dort hell genug sein, um Einbrüche erst gar nicht attraktiv zu machen.

Überfälle sind möglich, wenn auch sicherlich seltener. Wir hören immer wieder von Überfällen an Autobahnen in Frankreich. Solltest du dort mit deinem Reisemobil unterwegs sein, versuche nach Möglichkeit einen anderen Ort zum Freistehen zu finden.

13. Frei stehen an historischen Stätten, Denkmälern und Sehenswürdigkeiten

Burgen, Schlösser, Kulturdenkmäler oder sonstige touristische Sehenswürdigkeiten können zu später Stunde ein guter Platz für die Übernachtung auf den jeweils angrenzenden Stellflächen sein. Hier muss man die Schilder genau studieren bei der Anfahrt. 

Im Zweifel lohnt ein Gespräch mit dem Personal vor Ort, wenn man denn jemanden zu Gesicht bekommt. Fragt man freundlich nach, ob man eine Nacht dort verbringen darf, erhält man nicht selten eine positive Antwort.

Das ist natürlich der Idealfall. Man kann dann ganz entspannt die Nacht verbringen, mit der Gewissheit einen mündlichen Nachweis in der Tasche zu haben. 

Bei Absagen sollte man sein Glück nicht herausfordern und rasch einen anderen Ort aufsuchen.

Einer der Hauptvorteile von Sehenswürdigkeiten ist die Angrenzung an Grünflächen und Parkanlagen. Häufig sind zudem die angrenzenden Parkflächen gebührenfrei.

Touristische Aussichtspunkte sind häufig die beste Möglichkeit, frei zu stehen. Gebühren fallen selten an, noch dazu hat man, wie der Name schon sagt, eine gute Sicht in so gut wie alle Richtungen. Wir haben für uns festgestellt, dass wir uns an solchen Plätzen sicherer fühlen. Das Gefühl, die Kontrolle zu haben, die Umgebung überblicken zu können, führt bei uns zu ruhigerem Schlaf.

14. Frei stehen im Wohngebiet

Grundsätzlich empfehlen wir, frei stehen in Wohngebieten nach Möglichkeit zu vermeiden. 

Zumindest in ruhigen Wohngebieten, vor allem in Vororten, fällt ein Camper viel eher auf als beispielsweise am Straßenrand mitten im Stadtkern. Innenstädte sind dagegen empfehlenswert, wenn du Städtetrips machen willst.

Wir raten dazu, den Camper nicht direkt vor einem Haus in ruhigeren  Wohngebieten abzustellen, um dort frei zu stehen – selbst, wenn parken dort nicht verboten ist. Anwohner könnten sich irritiert fühlen, möglicherweise kommt sogar mal ein Ordnungshüter vorbei.

Störungsfreier als in Durchgangsstraßen übernachtet es sich hingegen in Sackgassen. Vor allem, wenn keine Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe zur Straße stehen. Solche Straßen findet man manchmal auch in Wohngebieten. Ein gründlicher Blick auf Google Maps hilft solche Sackgassen aufzutun. Außerdem kannst du die Bebauung und Parksituation so abschätzen.

Falls man doch mal im Wohngebiet vor einem Haus parken muss, sind solche Grundstücke ideal, die wenigstens über einen hohen Zaun mit Sichtschutz oder – noch besser – über eine hohe Hecke verfügen. So wird das eigene Reisemobil weniger wahrscheinlich von Anwohnern entdeckt.

Bei der Wahl des Wohngebiets ziehen wir Viertel vor, die nicht gerade einen sozialen Brennpunkt darstellen. Wie bereits in Tipp 11 erwähnt, das Bauchgefühl muss stimmen.

15. Frei stehen im Gewerbegebiet und Industriegebiet

Gewerbegebiete und Industriegebiete sind nachts oft weniger stark befahren. Auch hier bevorzugen wir nach Möglichkeit Sackgassen, am besten mit Parkstreifen am Rand

Tatsächlich findet man gerade in Industriegebieten häufiger Sackgassen. Diese sind sogar manchmal mit Feldwegen oder anderen kleineren Wegen verbunden, da sie außerhalb des Stadtkerns vorzufinden sind.

An Wochenenden ist je nach ansässigen Firmen wenig los, sodass der Schlaf erholsamer ist als in einem Wohngebiet mit Durchgangsverkehr.

Achte aber unbedingt darauf, ob du nicht eine Sackgasse gefunden hast, bei der mit starkem Anlieferungsverkehr durch LKWs zu rechnen ist.

Manchmal gibt es in solchen Vierteln größere Parkplätze, die aber kein Privatgelände darstellen. Auch solche Orte können frei stehen begünstigen. 

Allerdings solltest du solche Parkplätze immer erst erkunden, bevor du dort frei stehst. Manchmal finden sich Glassplitter von eingeschlagenen Autoscheiben oder sogar abgebrochene Fahrzeugteile, etwa Spiegel oder Antennen.

Parkplätze von Sportplätzen oder Schwimmbädern sind eine weitere Möglichkeit, mit dem Wohnmobil frei zu stehen. Hier kommt es auch auf den Wochentag an, ob am anderen Morgen mit Besucherströmen zu rechnen ist.

16. Parkplätze an Wanderwegen, Parkbuchten im Wald

Wie schon erwähnt, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen nicht unbedingt Bundesstraßen oder stark frequentierte Landstraßen zum Freistehen. Selbst, wenn dort eine vermeintlich einladende Parkbucht auf uns wartet.

Parkbuchten und Holzlagerbuchten auf Waldstraßen eignen sich dagegen relativ gut fürs Wildcamping. Allerdings achten wir stets darauf, den Forstbetrieb nicht zu behindern. 

Ist die Parkbucht zu schmal oder passt dort nach dem Einparken kein Forstfahrzeug mehr in die Lücke, fahren wir lieber weiter. Auch hier gilt es, mögliche Beschwerden vorherzusehen und sich einfach in die Lage eines Försters zu versetzen.

Gleiches gilt für Parkbuchten auf landwirtschaftlichen Wegen und Straßen. Finden wir hier eine Haltebucht, versuchen wir mögliche Behinderungen im Hellen abzuschätzen. Ist ausreichend Platz vorhanden, sind solche Orte ideal fürs Freistehen – mitten in der Natur, mit wenig Durchgangsverkehr!

Prima ist bei solchen Orten meist der natürliche Sichtschutz durch Sträucher und Bäume. Mit ein bisschen Erfahrung mit Google Maps lassen sich solche idealen Plätze schnell im Vorhinein finden.

Auch interessant

Du magst den Beitrag?

Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!