Generator oder Solaranlage für Camper: Vor- und Nachteile

Wohnmobil mit Solaranlage auf dem Dach

Wenn es um die autarke Stromerzeugung und -versorgung in einem Camper geht, ist eine beliebte Methode die Kombination von Generator und Solaranlage.

Für einige Camper mag die alleinige Nutzung einer Solaranlage ausreichend sein, während andere sogar ausschließlich auf einen mobilen oder fest eingebauten Stromerzeuger setzen.

Wir zeigen dir heute, welche Vor- und Nachteile eine Solaranlage gegenüber einem Generator hat und umgekehrt. Dabei gehen wir auch auf die Kombination aus Generator- und Solarnutzung ein.

Inhaltsverzeichnis

Vorteile und Nachteile von Generatoren vs. Solaranlagen für Caravans

Konverter Stromerzeuger Rahmenaggregat vorm Wohnmobil

Vorteile von Stromerzeugern

Nachteile von Stromaggregaten

Stromaggregate für Camper: Auf den Einsatzzweck kommt es an

Welche Stromaggregate sind sinnvoll für genau deine Art des Campingurlaubs?

Bist du größtenteils auf Campingplätzen unterwegs, die Generatoren eingeschränkt erlauben oder stehst du mit deinem Caravan frei? 

Lies dazu unseren Einsteiger-Beitrag über den passenden Stromerzeuger für unterschiedliche Campingzwecke.

Solaranlagen für Caravans

Grundsätzlich sind effizientere Zelltypen deutlich teurer, zudem funktionieren sie in lichtschwachen Monaten besser. Hier eine kurze Übersicht der vier üblichen Solarzellen-Typen für Camper:

Solarzellen-TypWirkungsgrad %Bei Schwachlicht
Amorph< 10Schlechte Effizienz
Polykristallin15Geringere Effizienz
Monokristallin> 20Gute Effizienz
CIS20Sehr gute Effizienz

Auch bei Solaranlagen müssen wir uns zunächst für oder gegen eine portable Lösung entscheiden – ganz anlog also zu einem mobilen oder fest eingebauten Generator (Unterfluraggregat).

Wer beispielsweise gern im Schatten parkt und dabei im Van arbeiten möchte, setzt häufiger auf faltbare Solarmodule. Diese können einige Meter in der prallen Mittagssonne ihren Dienst verrichten und so einen guten Teil des Tagesbedarfs an Strom decken.

Die gewonnene Energie fließt zum Beispiel in Bordbatterien oder in eine Power Station.

Fest verbaute Solarzellen auf dem Dach sind vor allem für neuere Fahrzeuge interessant oder für solche, die noch viele Jahre genutzt werden sollen. Die relativ hohen Anschaffungs- und Montagekosten durch Fachbetriebe amortisieren sich erst nach einigen Jahren.

Solarpaneel wird von Frau und Mann auf Reisemobil montiert

Vorteile von Solaranlagen

Nachteile von Solaranlagen

Abwägung schützt vor Fehlkäufen

Wir stellen fest:

Kauf, Montage und Nutzung von Generator und Solaranlage sollten wir gut gegeneinander abwägen.

Während wir mit tragbaren Stromerzeugern sofort loslegen können, trifft das leider nicht auf festmontierte Solarzellen zu – allerdings genauso wenig auf teure, sperrige Unterflur-Generatoren.

Alle Systeme, die fest installiert werden müssen, lohnen vor allem für Neufahrzeuge oder für solche, die noch lange genutzt werden.

Willst du in naher Zukunft den alten Caravan verkaufen, lohnen mobile Stromerzeuger bzw. mobile Solaranlagen. Zudem kannst du beide Systeme – aber vor allem tragbare Generatoren – auch für andere Zwecke einsetzen.

Solarzellen plus Generator: Für wen lohnt die Kombination?

Wer besonders gern freisteht und selten auf Campingplätzen unterwegs ist, muss in der Regel einen Schritt mehr in Richtung autarke Stromversorgung gehen.

Abseits der Stellplätze inmitten der Wildnis ist die nächste Steckdose weit entfernt. Wer über mehrere Tage mit Strom versorgt sein will, sollte über eine Kombination aus großen Bordbatterien, Solarzellen und Generator nachdenken.

Für große Liner und Wohnmobile mit Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine und ähnlichen „Glamping“-Geräten an Bord kann ein zusätzlicher Stromerzeuger sinnvoll sein. Vor allem die sehr leistungsstarken, teuren Unterflur-Generatoren sind dann interessant, wenn Zuladung, Platzbedarf und Geldbeutel keine Rolle spielen.

Soll es in Ergänzung zur Solaranlage auf dem Dach ein mobiler Stromerzeuger sein, solltest du annäherungsweise bestimmen, welche Stromerzeuger Leistungsklasse für deinen Bedarf passend ist.

Für Wohnmobilisten, die häufiger von Campingplatz zu Campingplatz ziehen, reicht eines der Systeme in aller Regel aus, um die Bordbatterien (teilweise) unterwegs aufzuladen.

In welchen Ländern soll der Camper mit Solaranlage genutzt werden?

Fabian und ich sind meist in wärmeren Gefilden unterwegs – oder eben hierzulande. Außerhalb Deutschlands zieht es uns in aller Regel in den Süden Europas.

Zählst du wie die meisten Wohnmobilisten zu dieser Gruppe?

Dann kommst du tendenziell mit Bordbatterien und Solaranlage gut aus. Hier der Hauptgrund:

Die Sonne scheint im südlichen Europa besonders lange verglichen mit dem nördlichen Europa.

Die fünf Städte in Europa mit den meisten Sonnenstunden im Jahr sind:

  1. Valleta: 2.957
  2. Sevilla: 2.898
  3. Alicante: 2.864
  4. Marseille: 2.858
  5. Lissabon: 2.799

Keine Überraschung also, dass die obige Liste ausschließlich Städte Südeuropas enthält.

Die Investition in eine Solaranlage ist demnach sinnvoller, wenn der Großteil des Urlaubs im sonnigen Süden verbracht wird

Für etwas längere Standzeiten lohnt die Anschaffung einer ergänzenden Power Station, etwa der von uns geprüften PowerOak Bluetti mit 2.400 Wattstunden.

Eine solche Backup-Stromquelle hilft in Zeiten, wenn der Tagesverbrauch deutlich höher ist als die Einspeisung durch die Solarzellen.

Zu welcher Jahreszeit soll die Solaranlage genutzt werden?

Neben der Frage, in welchen Ländern man den Camper mit Solaranlage eigentlich einsetzen möchte, ist die Saison ebenso wichtig.

Hier der entscheidende Punkt:

Solaranlagen erzielen in den Wintermonaten in Deutschland durchschnittlich 25 bis 35 Prozent des gesamten jährlichen Ertrags, während der größte Anteil in den Sommermonaten erwirtschaftet wird.

Soll die Solaranlage – egal ob portabel oder fest installiert – im Winter genutzt werden, muss in der Regel ein Backup-System eingeplant werden.

Für Wintercamper lohnt daher in aller Regel die Anschaffung eines großzügig dimensionierten Stromaggregats als Ergänzung zur Solaranlage.

Was die Anschaffung der Solaranlage selbst angeht, eignen sich Module mit CIS-Zellen (siehe obige Tabelle) deutlich besser für Wintermonate, da sie eine besonders hohe Effizienz bei Schwachlicht zeigen und zudem eine lange Lebensdauer aufweisen.

In aller Regel sollten zudem die Bordbatterien großzügiger dimensioniert sein als bei Campern, die ausschließlich im Sommer bewegt werden. Immerhin muss man im Winter einen größeren Verbrauch einplanen, beispielsweise um die Heizung mit Strom zu versorgen.

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Thorsten

Thorsten

Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!
Thorsten

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Mehr als 20 Jahre Camping-Begeisterung und kein Ende in Sicht! Was ich liebe: Einfach mit dem Wohnmobil losfahren und neue, wunderschöne Orte erkunden. Es ist vor allem das Gesamtpaket, für das ich Feuer und Flamme bin: Vorfreude, Abwechslung, pure Entspannung und (meistens) sympathische Mitcamper. Mehr als Urlaub eben - fast schon meine Religion!